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DCS

Aus den Gründertagen

Wie die DCS entstand

Klosterkirche Pfullingen

Wo alles begann: Die Klosterkirche zu Pfullingen | Foto: © Vux, via Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY-SA 3.0

Ein Vortrag von Alfred Gross

Samstag, 13. September 2025 · Schloss Bad Krozingen

50. Clavichordtage der DCS im Schloss Bad Krozingen! Das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Seit den ersten Clavichordtagen im Oktober 1993 in der schönen Stadt Schwäbisch Hall ist viel passiert. Die Homepage der DCS gibt darüber in einer Chronik Auskunft, ausführliche Berichte finden sich – der Digitalisierung sei Dank – ab den 19. Clavichordtagen, die 2002 im elsässischen Colmar stattfanden.

Ebenfalls auf der Homepage hält ein PDF das Porträt der DCS bereit, das von Dorothea Demel, Lothar Bemmann und Thomas Bregenzer zum 15jährigen Bestehen des Vereins für das Magazin „Clavichord International“ in englischer Sprache verfasst worden war. Dort heißt es unter anderem, hier auf Deutsch übersetzt:

„Nach der Gründung der niederländischen Genootschap im Jahre 1988 wurden auch in Deutschland ähnliche Anstrengungen gemacht, um das Clavichord wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Und schließlich traf sich eine Gruppe von Clavichordenthusiasten – darunter Spieler, Bauer und Wissenschaftler – rund um Alfred Gross Anfang Oktober 1992 im Kloster Pfullingen um die Aktivitäten zu koordinieren.“

Über den in diesem Zitat angeführten Zeitraum und die folgenden Jahre möchte ich heute sprechen und das eine oder andere Detail als Erinnerung festhalten. Einiges ist mir noch im Gedächtnis präsent, und vieles wurde wieder lebendig, als ich meinen alten Aktenordner mit der Aufschrift „DCS“ durchblätterte. Sehen Sie mir bitte nach, dass ich erst einmal ein wenig von meiner persönlichen Beschäftigung mit dem Clavichord vor der Vereinsgründung berichte. Aber es scheint mir wichtig, dieses Präludium vor die anschließende Fuge mit ihren zahlreichen einzelnen Durchführungen zu setzen.

1976, also vor fast fünfzig Jahren, hatte ich meine Orgelstudien ganz wie es sich damals gehörte mit Bach, Reger, Franck und Messiaen im Examen abgeschlossen und stieß auf ein ganz neues Interessensgebiet: die historischen Tasteninstrumente und die historische Aufführungspraxis. Ein befreundeter Klavierbauer fertigte mir sehr geschickt ein flämisches Cembalo aus einem Zuckermann-Bausatz. Das Instrument ermöglichte mir die ersten Schritte auf dem neuen Feld. Die erste Abbildung zeigt das neue Cembalo vor dem Pedalcembalo alter Schule, auf dem ich als Organist geübt hatte.

Abbildung 01

Eine Annonce in der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ machte mich irgendwann auf einen Clavichordbausatz der Firma Heugel/Paris neugierig. Ich erwarb ihn, und mit viel Mut baute ich daraus im Winter 1977 auf einem rustikalen Wohnzimmertisch mein erstes Clavichord. Und oh Wunder, man konnte darauf richtig spielen. Das Instrument bewies in der Folge seine Nützlichkeit überall dort, wo sonst keine Tasten zur Verfügung standen, in Hotelzimmern oder im Urlaub, gerade wie es kam. Die Anziehungskraft des Clavichordes als solchem war selbst auf einem Campingplatz in Italien offensichtlich.

Abbildung 02

Zu meiner Überraschung wurde ich sogar als Experte zu Rat gezogen. Zu einem in Basel zum Verkauf angebotenen Storrs-Kit fragte man mich um meine Meinung. Wir besuchten den dortigen Verkäufer. Es war Paul Simmonds. Man wurde handelseinig und Paul war fürderhin ein lieber und sehr geschätzter Kollege. Das waren so die Anfänge.

Eine nächste wichtige Station war für mich der Erwerb eines professionell gebauten Instrumentes mit gebrochener kurzer Oktave und in mitteltöniger Stimmung. William Jurgenson hat im Bach-Jahr 1985 für mich eine Kopie nach einem süddeutschen Instrument gefertigt, das im Stuttgarter Landesmuseum aufbewahrt wird. Das war nun eine andere Dimension und eine gehörige Erweiterung meines Horizontes. Vom Gedanken des reinen Übinstrumentes nahm ich Abstand und sah das Clavichord von nun an auch als Vortragsinstrument an.

In den 1980er-Jahren hatte ich das große Glück, in der frisch restaurierten Klosterkirche zu Pfullingen eine Konzertreihe mit ausschließlich Alter Musik aufbauen und leiten zu dürfen. Der Konzertraum in der profanisierten Kirche aus dem 13. Jahrhundert war dafür wie geschaffen. Pfullingen ist ein Städtchen von 20.000 Einwohnern etwa 40 Kilometer südlich von Stuttgart. Das Publikum nahm das sommerliche Angebot überaus zahlreich an. Die Reihe florierte bald, und für das Jubiläumsjahr von Carl Philipp Emanuel Bach 1988 plante ich Größeres. In drei Konzerten sollte die Claviermusik des Jubilars und die seiner Zeitgenossen zu Gehör gebracht werden, dazu kamen musikwissenschaftliche Vorträge und, was das Besondere war, eine Ausstellung von Cembali, Fortepianos und Clavichorden. Um es vorwegzunehmen, das Ganze wurde ein großer Erfolg. Für das Eröffnungskonzert mit Cembalo und hoffentlich auch Clavichord hatte mir Bob van Asperen erfreulicherweise seine Zusage gegeben. Was er brauchte, war ein gutes fünfoktaviges Instrument.

Abbildung 03

Bei der Suche nach einem solchen brachte William Jurgenson, der mit meinem Forte­piano, einer Johann David Schiedmayer-Kopie in der Ausstellung vertreten war, einen belgischen Kollegen ins Spiel: Jean Tournay. Dessen sog. „Grünes Clavichord“ entsprach den Ansprüchen. Es wurde nach Pfullingen gebracht, und Bob spielte darauf wunderschön einige Stücke von Carl Philipp Emanuel. Das faszinierte mich über die Maßen und weckte in mir den unstillbaren Wunsch, mich mit einem großen Clavichord spielend und besitzend zu beschäftigen. Zwei Jahre später war es soweit. Jean Tournay hatte gemeinsam mit seinem jungen Mitarbeiter Martin Kather ein großes fünfoktaviges Instrument gebaut, dessen herrlicher Resonanzboden aus uralter Fichte eine Augenweide war, und dessen Gehäuse aus edler Eibe beeindruckte. An meinen Besuch in Noville-les-Bois erinnere ich mich noch genau. Mir war dort sehr schnell klar, dass es genau das war, was ich suchte. Jetzt ist dieses Clavichord 35 Jahre alt und wird immer noch schöner. So war ich tief in die Welt des Clavichordes eingetaucht. Peu à peu wagte ich es auch, mit Haydn und Mozart das spätere Repertoire in Konzerten statt auf dem Fortepiano fürderhin auch auf dem Clavichord zu interpretieren. Meine reinen Clavichordabende wurden häufiger. Zu einem Konzert mit weitreichenden Folgen hatte mich der im Fränkischen wirkende Instrumentenbauer Volker Martin in seine Werkstatt zu Neubrunn in der Nähe von Würzburg eingeladen. Das Recital fand am 08.07.1992 statt.

Abbildung 04

Nach dem Konzert sprach mich ein Zuhörer an, der erstaunlicherweise alles über mich wusste. Sein Name war Lothar Bemmann, und er war eigens aus Göttingen angereist. Sein Enthusiasmus für das Clavichord war geradezu ansteckend. Im Dreiergespräch mit Volker Martin wurde uns klar, dass wir irgendetwas tun sollten, um die Schönheiten des Instrumentes wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Lothar erzählte uns von der neu gegründeten Genootschap in den Niederlanden. Ich selbst äußerte die Idee, einen Verein zu gründen. Volker Martin meinte, dass ein Name wie „Deutscher Clavichordverein“ doch etwas zu bieder sei. Er schlug vor, dem Verein den Namen „Deutsche Clavichord Societät“ zu geben. Mit diesen Plänen gingen wir an einem schönen Sommerabend auseinander.

Genug präludiert. Jetzt geht es ans Fugieren. Das Thema war mit den drei Tönen d-c-es vorgegeben, um einmal in diesem musikalischen Bild zu bleiben.

Und jetzt wieder kommt die Pfullinger Konzertreihe ins Spiel. Mit größerem Vorlauf hatten wir dort für Anfang Oktober 1992 mit dem Titel „Historische Tasteninstrumente in der Kammermusik“ ein kleines dreitägiges Festival geplant. Cembalo, Fortepiano, Orgel und nicht zuletzt Clavichord bestimmten den Ablauf. Zur Instrumentenausstellung fand sich ein Kreis befreundeter Instrumentenbauer ein, die allesamt für höchste Qualität standen. Das Programm lag zum Zeitpunkt des Neubrunner Konzertes bereits fest, es war aber kein Problem, vor der Publikation desselben noch einen zusätzlichen Termin am Samstag, dem 03. Oktober um 17:30 Uhr einzufügen. Dort war zu lesen: „Öffentliche Gründungsversammlung der deutschen Clavichord-Societät (Einladung an alle Bauer, Spieler und Liebhaber des Instrumentes)“.

Abbildung 05

Seitens der Bauer waren vor Ort: Matthias Griewisch, Detmar Hungerberg, William Jurgenson, Geert Karmann, der Orgelbauer Friedrich Lieb, Volker Martin, Eckehart Merzdorf, Bernhard von Tucher und last but not least Jean Tournay und Martin Kather. Den Konzerttermin am Samstagvormittag hatte ich für mich reserviert. Nicht mehr erinnern konnte ich mich bei der Vorbereitung dieses Vortrages an die Details meines Programmes. Beim Lesen der Rezension, welche die beiden ersten Konzerte des Wochenendes zum Gegenstand hatte, war ich überrascht. Sechs verschiedene Clavichorde standen für das Programm von Giovanni Picchi über Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach bis zu Joseph Haydn auf der Bühne, um wie es Daniel Knödler im Reutlinger Generalanzeiger schrieb, „auf diesem so ungemein viele Ausdrucksmöglichkeiten bietenden Instrument […] für die verstärkte Verwendung dieses Klaviervorläufers zu plädieren“. Der Boden war also entsprechend für die nachmittägliche Versammlung bereitet. Dort stießen zu den Instrumentenbauern und meinen Musikerkollegen und Musikerkolleginnen auch zwei weitere Personen, die für die spätere Entwicklung der DCS eine unverzichtbare Rolle spielen sollten. Es waren Richard Moroz, der sogar ein eigenes Clavichord mitgebracht hatte und, wie sollte es anders sein, Lothar Bemmann, den ich mit einer Postkarte persönlich eingeladen hatte.

Abbildung 06

Im Untergeschoss der Klosterkirche hatten wir für die drei Tage einen kleinen Kaffee- und Kuchenverkauf eingerichtet, betrieben von meiner damals 13-jährigen Tochter und ihrer Schulfreundin. Dort fand sich pünktlich um 17:30 Uhr die erwartungsfreudige Gesellschaft ein, um darüber zu beraten und abzustimmen, ob man das Projekt einer Vereinsgründung in Angriff nehmen solle. In erster Linie gab es in der Diskussionsrunde Bedenken, ob sich die Clavichordidee mit der Institution eines eingetragenen Vereins vereinbaren ließe. Den einen war das zu formal, einigen war es zu spießig, andere hatten nichts dagegen. Schließlich war es mit Jean Tournay ein Belgier, der in einer kurzen, aber durchaus flammenden Rede unbedingt zur Vereinsgründung aufforderte. Die anschließende Abstimmung hatte ein klares Ergebnis: Der Verein „Deutsche Clavichord-Societät“ sollte zeitnah gegründet werden.

Richard Moroz schlug vor, bereits im Januar 1993 ein Treffen zur Vereinsgründung im Haus Lüttinghof in der Nähe von Gelsenkirchen durchzuführen, wozu er am 06.12.1992 schriftlich einlud. Dort trafen sich am 09.01.1993 um 13:30 Uhr zweiundzwanzig Clavichordfreunde und -freundinnen, um nach verschiedenen Vorträgen (u.a. sprach Jean Tournay über das Tannenberg-Clavichord) von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr die offizielle Gründung samt Verabschiedung der bereits von meiner Frau und mir vorbereiteten Satzung durchzuführen.

Abbildung 07

Selbstverständlich ging das nicht ohne ausgiebige Diskussionen ab. Einen Eindruck davon geben die protokollierenden Einträge meiner Frau in der Satzung.

Abbildung 08

Nicht alle angereisten Personen wollten schließlich mit abstimmen, dennoch wurde am Ende ein eindeutiger positiver Beschluss gefasst und der Verein gegründet. Die schriftliche Vorstandswahl hatte zum Ergebnis, dass Jean Tournay zum Präsidenten, ich selbst zum Vizepräsidenten, Kirsten Martin zur Schriftführerin und Lothar Bemmann zum Schatzmeister gewählt wurden. Hier ein Foto von der Runde, die nach der Vereinsgründung zusammensaß.

Abbildung 09

Der Vorstand nahm am 22. Februar 1993 im niedersächsischen Northeim mit einem Behördengang – wegen der ordnungsgemäßen Vereinsanmeldung – und einer Vorstandssitzung seine Arbeit auf.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Mitgliederwerbung, die vorerst mangels anderer Möglichkeiten mündlich erfolgen sollte. Ich zitiere aus dem Protokoll: „Es wird vom Engagement des Einzelnen abhängen, inwieweit wir hier erfolgreich sein werden.“ Immerhin hatte sich drei Monate später die Mitgliederzahl verdoppelt, ein guter Beginn. Nach der Vereinsgründung gehörten zu den ersten neuen Mitgliedern Ursl Belz-Enßle und Kurt Enßle, Kirchenmusikdirektoren in Schwäbisch-Hall. Ursl war eine ehemalige Cembalostudentin von mir und die beiden besaßen eine Hubert-Kopie von Volker Martin.

Bereits drei Tage vor der Gründung der DCS hatten sie die Mitgliedschaft beantragt und zu Clavichordtagen in Schwäbisch Hall eingeladen, was wir als neuer Vorstand liebend gerne annahmen. Dazu galt es in der ersten Vorstandssitzung ein Programm zu entwerfen. Der damals erarbeitete Ablauf taugte als Muster für die weiteren Jahre. In zwei Tagen gab es drei Konzerte, eine Clavichordausstellung, ein Demonstrationskonzert, bereits damals Martin Kathers Workshop und nicht zuletzt die wichtige Mitgliederversammlung. Im 1. Rundbrief vom 05.04.1993 wurde dazu eingeladen. Vorstandssitzungen waren in den damaligen Zeiten nicht einfach zu organisieren. Es gab keine Video-Konferenzen, keine Smartphones, noch nicht einmal E-Mails konnten wir uns schicken. Alles ging über Festnetztelefon oder schriftlich per Post. An der Spitze der Kommunikationsmöglichkeiten stand das heute bereits vergessene FAX. Es blieb uns nichts anderes übrig, als längere Fahrten in Kauf zu nehmen. Am schwierigsten war das für Jean, sodass – auch sprachbedingt – die meisten der für ihn anfallenden Aufgaben in meinen Zuständigkeitsbereich rutschten. Erstmals nach Schwäbisch Hall trafen wir uns im Oktober ’93 bei Kirsten Martin in Neubrunn. Dort planten wir dann die die beiden Clavichordtage 1994: Im Frühjahr in Bad Ems und – mit viel Mut in größerem repräsentativen Rahmen – in Leipzig und dort an keinem geringeren Ort als dem Grassi-Museum. In Bad Ems spielte erstmals Menno van Delft bei der DCS. Ich hatte ihn und auch Marcia Hadjimarkos im Herbst ’93 bei dem Klavierfestival Antverpiano kennengelernt. In Leipzig war dann Paul Simmonds mit von der Partie. 1995, also vor 30 Jahren waren wir im Herbst in Hamburg und im Frühjahr in Tübingen. Dort hatte ich das Vergnügen, mit Marcia im Hölderlinturm ein vierhändiges Konzert geben zu dürfen und ich freue mich ganz besonders, dass sie morgen nach so vielen Jahren wieder für uns spielen wird.

Unterdessen war nach einem Jahr der Präsidentschaft von Jean Tournay klar geworden, dass der anwachsende Schriftverkehr und die damit verbundenen organisatorischen Aufgaben für ihn eine zu große Last wurden. Deshalb bat er darum, das Amt des Präsidenten auf mich übergehen zu lassen. Von 1994 bis 1999 widmete ich mich dieser Aufgabe. Die Clavichordtage wurden regelmäßig zweimal im Jahr organisiert. Unter anderem waren wir 1998 erstmals hier im Schloss Bad Krozingen zu Gast, 1999 wagten wir mit den Clavichordtagen in Prag erfolgreich den Schritt in ein anderes europäisches Land. Im Frühjahr zuvor hatte ich mich vom Präsidentenamt zurückgezogen, weil mich die Arbeit zunehmend überlastete. Für die nächsten vier Jahre stand Michael Zapf an der Spitze des Vorstandes.

Damit kommen wir zum Postludium. Zum zehnjährigen Bestehen der DCS und zu den zwanzigsten Clavichordtagen kehrte der Verein noch einmal dorthin zurück, wo alles begonnen hatte. Für drei Tage waren wir wieder in der Pfullinger Klosterkirche, diesmal nicht als Rahmen- sondern als Hauptprogramm. Nachlesen kann man das ausführlich auf der DCS-Homepage im Archiv der Clavichordtage. Es waren unvergessliche vier Tage. Lothar Bemmann sprach über das Clavichord im Film sowie in einem zweiten Referat über die Wiedergeburt des Clavichordes, Thomas Glück aus Österreich referierte über die Rechenteilungen, Andreas Hermert und Karin Richter, die aus England angereist war, sprachen über das Clavichord im 15. Und 16. Jahrhundert und schließlich stellte Michael Zapf Frobergers Beziehungen zum Clavichord in das Zentrum seiner Analysen. Die Ausstellung war üppig und die Konzerte spielten neben mir selbst Paul Simmonds, Miklós Spányi und – als sein Debüt auf dem Clavichord – Siegbert Rampe. Der Erfolg der Veranstaltung war ein großer und Dorothea Demel, die damals dem Vorstand angehörte, stellte gar Überlegungen an, die Klosterkirche zum Dauerdomizil für Clavichordtage zu machen. Das hat mir dann doch einen kleinen Schrecken eingejagt, denn die Organisation der vier Tage als Veranstalter vor Ort war nicht ohne. Zudem hatte ich damals neben der Musik eine weitere Leidenschaft entdeckt und war, wie die meisten hier wissen, ein ambitionierter Langstreckenläufer geworden.

Abbildung 10

Das forderte seine Zeit und es brachte naturgemäß zahlreiche terminliche Überschneidungen mit sich. Dennoch blieb ich der DCS - zugegeben mit einem gewissen Abstand - treu verbunden. Nach einer kleinen Auszeit bin ich seit diesem Jahr auch wieder Mitglied der DCS und freue mich, dass ich von den Anfangsjahren berichten durfte. Immer noch begleitet mich das Jurgenson-Instrument von 1985 auf meinen Reisen …

Abbildung 11

… und zieht, wie man auf diesem Foto sehen kann, auch ganz zufällige Hörer in seinen Bann, hier in einem Gästezimmer des Forstner-Palais in Montbéliard. In diesem Haus war Froberger oft zu Besuch. (An dieser Stelle erklang zum Abschluss auf einem Clavichord von Thomas Schüler die Musik, die auch bei der Entstehung des Fotos gepielt wurde: Johann Jacob Frobergers Allemande FbWV 618, die Sibylla von Württemberg gewidmet ist und die der Widmung zufolge genau an diesem Ort komponiert wurde).

Für die nächsten 50 Clavichordtage wünsche ich der DCS alles Gute und ein weiterhin erfolgreiches Wirken.

Alfred Gross

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Fotos und abgebildetes Archivmaterial: Alfred Gross

 
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