Rückblick auf das „Copenhagen International Clavichord Festival“ vom 13.–15. März 2026
Und rasch waren die Tage in Kopenhagen vorbei. Mads Damlund hatte im März 2026 – wie schon 2025 – zum „International Clavichord Festival“ in die Brønshøj Kirke in Kopenhagen, Stadtteil Brønshøj eingeladen, in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Deutschen Clavichord Societät (DCS). Thema war THE DANISH CLAVICHORD.
Über die Kirche
Brønshøj Kirke ist die älteste Kirche in Kopenhagen und auch das älteste noch genutzte Gebäude der Stadt. Gebaut wurde sie 1180 im romanischen Stil, der große Turm stammt von 1450, die Vorhalle wurde 1892 hinzugefügt. Die Kirche steht auf einem kleinen Hügel, inmitten eines alten Friedhofs. Der Innenraum wurde 1658 während der schwedischen Besatzung zerstört, die Rekonstruktion ist von 1678. Dieser ist hell und freundlich und enthält einige sehr schöne Inventarien: das tiefe, runde Taufbecken (Durchmesser 94 cm) aus Granit aus der Gründerzeit der Kirche. Außen oben sind zwei Bänder, die Seilornamente zeigen. Auf dem Becken liegt eine Taufschale von 1550 (Messing, wahrscheinlich aus Süddeutschland).
Die Kanzel ist aus Holz, angefertigt wurde sie 1678 von Lorentz Jørgensen in Holbæk. Die großen Bildtafeln zeigen die Erschaffung Adams, Evas, den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies. An den Ecken stehen Figuren, die die fünf Sinne symbolisieren: das Sehen durch einen Spiegel, das Hören durch eine Laute, den Geschmack durch einen Kelch, den Geruchssinn durch Blumen und den Tastsinn durch einen Papagei, der in einen Finger beißt.
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Mads Damlund begrüßte die Festivalbesucher und freute sich auf ein Wochenende mit Clavichordmusik von meist dänischen Komponisten. Clavichorde waren noch vor 200 Jahren die am weitesten verbreiteten Instrumente in Dänemark. Es gab viele Clavichordbauer, vor allem in Kopenhagen und es erschienen sehr viele neue Kompositionen und Lehrliteratur für das Instrument. Es folgte ein Grußwort von Tore Leifer, Editor der Sammlung im Museum für Nationale Geschichte in Frederiksborg. Im Auftrag der Andrzej Wroblewski Foundation baute in den vergangenen beiden Jahren Martin Kather ein Clavichord als exakte Replik des Originals von 1759, das sich im Schloss Frederiksborg befindet. Dieses Wochenende war die erste Gelegenheit, bei der die Öffentlichkeit dieses Instrument nach mehr als 250 Jahren wie in einem Zeitsprung wieder hören konnte.
Mads Damlund bei seiner Ansprache zum letzten Konzert am Sonntag
Das Pantalon-Clavichord aus dem Schloss Frederiksborg
Clavichord nach Magnus Christensen (ca. 1729–1766) von 1759, C–f3, bundfrei. Standort Frederiksborg Schloss. Das Instrument hat neben dem Clavichord-Klang drei weitere Klangmöglichkeiten: einen Lautenzug, eine Pantalon-Mechanik (ungedämpfter Clavichordklang) und ein gedämpftes Glockenspiel (Pantalon mit Lautenzug kombiniert). Eine kurze Beschreibung des Originals findet man in der Boalch-Mould Sammlung.
Lautenzug: zwischen Tangente und Saite ist eine dünne Lederfolie. Das dämpft den Klang und erlaubt sehr leises Spiel.
Pantalon: die Dämpfung der Saiten wird aufgehoben. Diese ungedämpften Saiten und die Obertöne klingen eine Weile nach, es entsteht ein glockenförmiger Gesamtklang. Pantalon-Clavichorde waren im 18. Jahrhundert beliebt, sind aber inzwischen eine Rarität, trotz des beeindruckenden Klangreichtums.
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Das Eröffnungskonzert am Freitagabend spielte Julius Hartung. Er besucht die Musik-orientierte Schule Sankt Annæ Gymnasium mit den Hauptinstrumenten Orgel, Cembalo und Clavichord, Lehrer sind Leif Meyer und Mads Damlund. Er hat ein Clavichord von Dick Verwolf und ist aktueller Stipendiat der DCS.
Julius spielte ein Prelude und eine Suite von Diderik Buxtehude (1610–1689), eine Suite von Johan Lorentz d. J. (1637–1707), eine Lachrymæ Pavan von Melchior Schildt (1582–1667), von Johan-Gottfried Wilhelm Palschau (1741-1815) eine Sonate in F-dur. Dann folgten sieben Variation von Hardenack Otto Conrad Zinck (1746–1832) und zwei Stücke aus „Fünf Klavier Stücke op.3“ von Carl Nielsen (1865–1931). Bis hierhin waren es alles Komponisten aus Dänemark oder solche, die in Kopenhagen lebten. Am Schluss spielte er die „Chromatische Fantasie und Fuge“ von J. S. Bach (1685–1750).
Zunächst spielte Julius auf dem kleinen Clavichord von Dick Verwolf, dann auf dem Clavichord nach Tannenberg. Mit großer Spannung warteten alle auf das Pantalon-Clavichord. Die Zuhörer waren wie gebannt von diesem unerwarteten Klang, der dann kam, dem Klangreichtum und den Möglichkeiten zu differenzieren und noch sehr leise, aber hörbar zu spielen. Nach dem Konzert wurde Julius zu Recht gefeiert, auch von seinen Freunden. Eine Zuhörerin meinte: „Ich wusste gar nicht, dass man so leise spielen kann.“
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Am Samstag lud Mads Damlund zu einem Meisterkurs in das an die Kirche angrenzende Gemeindehaus ein. Fünf Spieler und Spielerinnen hatten Stücke mitgebracht. Mads besprach mit ihnen Einzelheiten zur Armhaltung, zum Anschlag aus dem Arm heraus, das schnelle Spielen mit dieser Technik, das Überlegato. Ziel war es, Gewicht in allen Tönen zu legen, um einen schönen Klang auf dem Clavichord zu erzeugen. Ähnliches gilt für Triller. Der Fingersatz unterstützt die Artikulation. Zum Abschluss einige gab er einige Hinweise zum Umgang mit Nervosität beim Spiel vor Publikum.
Während des Kurses von Mads Damlund
Das Konzert am Samstag Nachmittag spielte Lars Colding Wolf auf seinem Clavichord nach Hubert, nachgebaut von Karin Richter 1991. Er ist Organist in Sankt Markus in Aalborg und unterrichtet Cembalo, Orgel und Kammermusik in der Akademie von Aarhus. Er leitet das Barockorchester Ensemble Zimmermann.
Wir hörten die Arie „Gleich wie das Feuer“ von Melchior Schildt, mehrere Stücke von Diderik Buxtehude, dann folgten eine Fantasie von J. S. Bach und eine Sonate in D-dur von Joseph Haydn (1732–1809). Mit Schildt und Buxtehude hörten wir noch mehr von dem reichen Musikschatz, der in Dänemark entstanden ist.
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Anna Maria McElwain spielte das folgende Konzert am Samstag Abend. Sie war kurzfristig für den erkrankten Gastgeber Mads Damlund eingesprungen. Vielen Zuhörern war sie schon von den letzten Clavichordtagen in Kopenhagen 2025 gut bekannt. Sie studierte an der finnischen Sibelius Akademie und erreichte einen Master in Clavichord-Spiel. Sie unterrichtete an der Sibelius Akademie, Kuopio bis 2010 und fokussiert sich jetzt vor alle auf eigene Clavichord-Konzerte und auf die Organisation des Nordic Historical Keyboard Festival in Kuopio.
An diesem Abend spielte sie auf dem Clavichord nach Tannenberg und dem Pantalon-Clavichord. Wir hörten eine Reihe von schwedischen Komponisten: eine Sonate G-dur von Johan Helmich Roman (1694–1758), eine Sonate in C-dur von Hinrich Philip Johnsen (1717–1779), eine Sonate in Es-dur von Joseph Martin Kraus (1745–1792), dann hörten wir von Jean Sibelius (1865–1957) die „Cinq Morceaux“ (gespielt auf dem Pantalon, eine ganz ungewöhnliche Hörerfahrung!) und ein Capricio von Carl Ludwig Lithander (1773–1843). Das Konzert überraschte mit vielen uns unbekannten Komponisten, einer Vielfalt an Klängen durch die Möglichkeiten der beiden Instrumente und die großartige Spielweise von Anna Maria.
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Clavichorde in Kopenhagen, Brønshøj Kirke
- Nachbau eines holländischen Clavichords aus dem frühen 18. Jh. von Dick Verwolf 2020. Zweifach gebunden, C–c3.
- Nachbau eines Clavichordes aus der Raymund Russell Collection Edinburgh. Anonymes süddeutsches Modell von ca. 1700. Nachbau von Sander Ruys 2004, überarbeitet von Andreas Hermert 2025. Zwei- bis Dreifachbindung. Mitteltönig. Tonumfang: C–c3. Das Original wird auf der Website der Russell Collection beschrieben.
- Bundfreies Clavichord von 1937 von Hornung & Møller aus dem Conservatorium Copenhagen.
- Bundfreies Clavichord nach David Tannenberg (1728–1804), FF–g3. Nachbau von Martin Kather.
- Pantalon-Clavichord nach Magnus Christensen (ca. 1729–1766) von 1759, C–f3, bundfrei. Nachbau von Martin Kather 2026. Beschreibung siehe Absatz weiter oben.
- Bundfreies Clavichord nach Christian Gottfried Friederici (1714–1777). Original von 1765 im Grassi Museum Leipzig. FF–f3. Nachbau von Gregor Bergmann 2026.
- Bundfreies Hubert-Clavichord (?). Nachbau nach einer Vorlage aus der Nürnberger Sammlung von Karin Richter/England 1991, renoviert von Joel Speerstra.
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Am Sonntag stellte Valentina Villaseñor die in Kopenhagen vorhandenen Instrumente einer größeren Zuhörerschaft vor. Zu den bereits genannten kam noch das Clavichord nach Friederici von Gregor Bergmann und das von Hornung & Møller aus dem Conservatorium Copenhagen. Valentina studierte Cembalo, Clavichord und Kontinuo bei Jacque Ogg, Patrick Ayrton und Bernhard Klapprott. Sie hat in den vergangenen Jahren mehrere Konzerte gespielt, auch für die Deutsche Clavichord Societät (DCS). Sie war Stipendiatin der DCS. Seit 2024 ist sie Vizepräsidentin in deren Vorstand.
Für jedes Instrument hatte sie ein kurzes Musikstück vorbereitet, das die Stärken und Charakteristika des jeweiligen Instrumentes gut zur Geltung brachte.
- Das holländische Clavichord von Dick Verwolf zeigte auf dem Deckel eine schöne Stadtansicht von Leiden. Valentina spielte darauf eine Canzona in G-dur von Buxtehude und von Matthias Weckmann die Partita in a-moll „Die lieblichen Blicke“.
- Auf dem süddeutschen Clavichord von Sander Ruys spielte sie aus dem Virginal Book von Clement Matchett von 1712.
- Das Clavichord von Hornung & Møller steht im Conservatorium Copenhagen. Gebaut ist das Instrument mit Elementen aus verschiedenen anderen Instrumenten. Valentina spielte ein Larghetto in G-dur von Bendix Friedrich Zinck (1743–1801).
- Das Pantalon war in der Vorbereitung schwierig: keiner wusste, wie das Instrument klingt. Valentina wählte vier Stücke, um die einzelnen Klangfarben zu demonstrieren:
- Clavichordklang: Sonata in C-dur, erster Satz, von H.O.C. Zinck, 1785.
- Lautenstopp: Largo in E-dur von B. F. Zinck.
- Gedämpftes Glockenspiel [i.e. Kombination von Lautenstopp und Pantalon]: vierter Satz aus den rumänischen Tänzen von Béla Bartók (1881–1945).
- Pantalon: von J. S. Bach das Prelude aus der Partita No. 3 für Violine in E-dur BWV 1006.
- Das Clavichord nach Friederici: Valentina beschrieb das Instrument als Höhepunkt des Clavichordbaus, C. P. E. Bach besaß so ein Instrument. Valentina spielte von J. M. Kraus Thema und zwei Variationen aus dem 3. Satz der Sonate in E-dur und von W. A. Mozart den ersten Satz der Sonate in A-dur KV 331 von 1759. Beide Komponisten waren Zeitgenossen.
- Das Clavichord nach Tannenberg: Valentina stellte das Instrument mit einem Rondo in c-moll Wq. 59/4 von C. P. E. Bach vor.
Dieses Konzert am Sonntagmittag war gut besucht, auch von der Gemeinde. Und alle lernten die verschiedenen Klänge der Instrumente zu schätzen.
Insgesamt war es ein sehr interessantes und lebendiges Wochenende. Wir haben viele Bekannte getroffen, wunderbare Musik gehört und sehr schöne Instrumente kennengelernt. Die Besucher kamen aus der Gemeinde, weitere waren aus Deutschland, den USA, Polen, Litauen, Ungarn und Finnland angereist. Für alle Künstler und Künstlerinnen war das Pantalon ein neues Instrument, auf das sie sich nicht direkt vorbereiten konnten. Umso mehr waren die Zuhörer begeistert von der Klangvielfalt, die diese auf dem Instrument entstehen ließen.
Zum Schluss lud Anna Maria McElwain zu Clavichord-Tagen in Siuro/Finnland im August 2026 ein. Einzelheiten findet man auf der Website des Festivals
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Ausführlicher schriftlicher Bericht, inklusive aller Konzertprogramme und einer Liste der ausgestellten Instrumente (in englischer Sprache):
„Notes on the festival in Copenhagen March 13–15 by Jim Thvedt/USA“ (PDF, 90 KB)
Die schöne alte Bronshöjkirke in Kopenhagen mit ihrem angenehm großzügigen Gemeindehaus und Mads Damlund als perfektem Gastgeber waren der ideale Ort für ein Clavichord-Wochenende. Neben beeindruckenden Konzerten gab es Zeit für interessante Gespräche mit teils sehr weit gereisten Gästen. Obwohl nur zwei Instrumentenbauer mit ihren Instrumenten da waren, konnte man Clavichorde von sechs verschiedenen Instrumentenbauern hören. Ein sehr schönes Wochenende!
Die „Clavichord-Familie“ (Worte Benjamin Alards CC-Tage-Hamburg 2024) hat sich wieder getroffen, und es war schön!
Ein Wochenende voller Musik, Austausch, tollen Konzerte und schönen Instrumenten, viele Clavichord-Liebende alt und neu waren dabei und die Atmosphäre war freundlich und offen.
Vielen Dank an Mads Damlund und auch Dir, Martin, für die Organisation dieses Events!
Liebe Grüße,
Valentina
Die Gänsehaut beim Hören von Sonaten,
so silbrig fein gespielt auf Clavichorden,
in Brønshøj Kirke, Kopenhagen, hoch im Norden.
Wer braucht Motetten, Arien, Kantaten?
Die Gänsehaut beim Hören von Sonaten.
Rückblick auf die 50. Clavichordtage der DCS in Bad Krozingen · 12.–14. September 2025
Liebe Clavichordfreunde und Mitglieder!
Die 50. Clavichordtage der DCS in Bad Krozingen sind vorbei. Es hat uns sehr gefreut, so viele Gäste und Mitglieder bei diesem Treffen zu sehen. Unter anderem ging es um die Erinnerung an die Anfänge unseres Vereins. Im Bild unten seht ihr das Plakat der ersten Clavichordtage. 49-mal später, jetzt in Bad Krozingen, waren auch diese Tage außerordentlich gut besucht. Alle Konzerte waren sozusagen ausverkauft und auch die Berichte, Vorträge, Workshops und Beiträge fanden großen Anklang.
Mit Alfred Gross, Michael Zapf, Thomas Bregenzer, Suzana Mendes und mir selbst waren zudem fast alle Präsidenten der DCS da. Diese Zustimmung hat uns im Vorstand gefreut. Auch bei den gemeinsamen Essen, mittags und abends war die Stimmung entspannt und gelassen. So manchen erinnerte das an Magnano.
Plakat der ersten Clavichordtage 1993 | Foto: Sonja Albert
Das gesamte Programm war abgestimmt auf die Anfänge der DCS. Der Vorstand war besonders froh, die treuesten und einige der ersten Musiker von damals wieder im Konzert hören zu können. Paul Simmonds und Alfred Groß, auf dem folgenden Bild zu sehen, bestritten die ersten beiden Konzerte.
Wir wurden herzlich empfangen von Frau Berkemer, die uns auch eingeladen hatte und uns in allen Belangen hinsichtlich Planung und Organisation entgegenkam. Vielen Dank an sie. Auch die Natur und das Wetter spielten mit. Zwischendurch dazu ein paar Eindrücke eingestreut von Neil Coleman, der sich Zeit nahm, Bad Krozingens Tierwelt einzufangen.
Paul Simmonds (links), Alfred Gross (rechts) | Foto: Pierre Verbeek
Natur-Impressionen | Fotos: Neil Coleman
Alfons Huber | Foto: Pierre Verbeek
Wir können besonders glücklich sein, die Buchvorstellung mit dem ausführlichen Bericht dazu durch den Schreiber und Autor, Alfons Huber bei unserem Jubiläum gehabt zu haben. Der Vortrag war präzise vorbereitet und bereitete von Anfang bis Ende Freude. Wie sehr Gesang und Clavichord zusammen passen bewies Alfons am Schluss.
Das Buch „400 Jahre Clavichordbau“ gab es am Ende der Clavichordtage in einem Quiz zu gewinnen. Aus drei richtigen Antworten konnte unsere Glücksfee Valentina den Gewinner Michael Hasel aus Berlin ermitteln. Die Fragen waren recht schwer, so schwer, dass Chat GPT keine genaue Antwort zu geben wusste (was ein Grund für die vorangehende Entscheidung war, dass „Schummeln“ erlaubt sei …). Das hinderte das Programm aber nicht daran, trotzdem etwas Senf dazu zu geben. Allerdings konnten diese Antworten nicht mit in die Endausscheidung gehen.
Alfred Gross hatte mit unglaublicher Feinarbeit und Geduld eine Fülle Details und Daten zur Entstehung und späteren Gründung der DCS zusammengestellt und in einem von Musik begleiteten Vortag den Zuhörern präsentiert. Der Vorstand bemüht sich darum, diesen Artikel auf den Seiten der DCS zu veröffentlichen.
(Anmerkung April 2026: Zum Nachlesen wurde der Vortrag – mit freundlicher Genehmigung von Alfred Gross – nun auch hier auf der Website veröffentlicht: „Wie die DCS entstand“)
Martin Kather
25. Oktober 2025
Alfred Gross bei seinem Vortrag | Foto: Sonja Albert
Stimmen von unseren Mitgliedern
Michael Hasel aus Berlin
Lieber Martin,
Noch einmal herzlichen Dank an Dich, Valentina, Harmut und Herbert für die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der 50. Clavichordtage.
Ich fand es eine rundum gelungene Veranstaltung, mit schönen Konzerten, interessanten Vorträgen, vielen schönen Instrumenten und netter Gesellschaft!
Das Krozinger Schloss ist natürlich auch ein toller Ort für ein solches Event, nicht zuletzt durch die schöne Neumeyer-Sammlung.
Dass ich dann beim Quiz alles richtig hatte und die „Glücksfee“ Valentina mein Los gezogen hat, war ein toller Abschluss der Veranstaltung …
Ambrosius Pfaff aus Locarno (CH)
Anmerkung zur Instrumenten-Demo in Bad Krozingen 12.–14. September 2025
Mit großer Vorfreude reiste ich nach Bad Krozingen. Nach dem Telefonat mit Martin Kather war klar, dass ich mein Clavichord-Pantalon vorstellen konnte.
Natürlich wäre ein Konzert aufregend gewesen. Aber die DCS plant ihre Veranstaltungen sehr lange im Voraus und somit konnte mein kurzfristiger Vorschlag in der Vorführung der mitgebrachten Instrumente Platz finden.
Sehr schön empfand ich, dass Martin und Valentina mir einen besonderen Moment am Ende der Demonstration eingeräumt haben.
Jermaine Sprosse konnte sein famoses Spiel nach hinten ausdehnen und das Instrument mit seinen verschiedenen Facetten präsentieren.
Die Aufhebung der Dämpfung bei einem Clavichord, also das Einsetzen des Pantalonregisters, hat bei der Zuhörerschaft einiges Erstaunen erzeugt; zur Freude des Erbauers!
Danach gab es viele Fragen zu beantworten und ich stellte ein grosses Interesse beim Publikum fest. Es ist nicht auszuschliessen, dass beim nächsten Anlass ein Clavichord-Pantalon ein abendfüllendes Programm bestreiten darf.
Ich danke dem Vorstand der DCS für die Unterstützung und freue mich auf weitere pantalonisch – bebende Abenteuer.
Clavichord-Pantalon von Ambrosius Pfaff | Foto: Sonja Albert
Pierre Verbeek aus Belgien
Bad Krozingen remerciements,
Lieber Martin, ich möchte mich hiermit ganz herzlich bei dir und den anderen Mitgliedern des DCS-Vorstands für die hervorragende Organisation der DCS-Clavichordtage in Bad Krozingen bedanken.
Ein voller Erfolg, tausend Dank! Anbei findest du einige Fotos, ich hoffe, sie gefallen dir. Bis bald, wie ich hoffe.
Clavichordkonzert mit Jermaine Sprosse | Foto: Pierre Verbeek
Neil Coleman aus England
Hallo Martin!
ich möchte mich kurz bei Dir bedanken für die Mühe bei den Clavichord-Tagen. Dies musste eine Menge Arbeit gewesen sein. Trotzdem hast Du alles prachtvoll gemacht.
Das war schon wieder ein Höhepunkt meines Lebens, und zwar ein Genuß, wieder dabei zu sein.
Marcia Hadjimarkos aus Cluny (FR)
Dear everyone,
Thank you again for the wonderful event you put together in Bad Krozingen, and for inviting me to play for your 50th Clavichordtage! I thoroughly enjoyed my time with you, and was happy to have a chance to play the collection’s historic Hubert.
Kevin Birch, Bangor, Maine (USA)
The Schloss in the old town area of Bad Krozingen was the site of the 50th Clavichordtage of the DCS. Built by Abbot Caspar II of St. Blasien in 1578 and later remodeled in rococo style, the “Schloss” houses an important collection of historical keyboard instruments and more recent instruments patterned after historical prototypes. The collection has been curated by Fritz Neumeyer (c. 1930), later by Rolf Junghanns and Bradford Tracey, and currently by Thomas Schüler.
Alongside the historical clavichords – notably a large, frett-free clavichord by C. G. Hubert (1772) restored by Koen Vermeij (1999) – attendees enjoyed a distinguished line up of recent instruments by prominent builders including Peter Bavington (London, UK), Christian Fuchs (Frankfurt), Dietrich Hein (Oldenburg), Andreas Hermert (Berlin), Martin Kather (Hamburg), Ambrosius Pfaff (Locarno, CH), Sander Ruys (Dongjun, NL), Pierre Verbeek (Daverdisse, BE), and Burkhard Zander (Köln).
The 50th Clavichordtage included a stunning program of concerts, lectures and clavichord exhibition and was enjoyed by a large group of clavichord devotees.
Inspiring concerts by Paul Simmonds (clavichord by Peter Bavington, 2001, after Leipzig 10), Alfred Gross (clavichord by Jean Tournay and Martin Kather, 1993, after David Tannenberg) and Marcia Hadjimarkos (clavichord by C. G. Hubert, 1772) were enjoyed in the splendidly decorated concert room. Careful placement of the clavichords and a low ceiling made for effortless listening.
Presentations included Alfons Huber’s illustrated lecture on his monumental (nearly 800 pages) book “Clavichord Construction 1400–1800”, a comprehensive exploration of the structural and technological development of the clavichord, reflections on the founding of the German Clavichord Society by Alfred Gross, and a masterclass on “The Keyboard Sonatas of Ernst Wilhelm Wolf” by Paul Simmonds.
For me, a high point was the demonstration of some 15 clavichords by Valentina Villaseñor. Her superb and sensitive playing of carefully chosen pieces on a wide range of clavichords, and the delightful display of collegiality (even devotion) by the distinguished group of clavichord makers who carefully moved the instruments in and out of the intimate concert space, epitomized the collegial and welcoming spirit of the DCS.
After the final concert, a delightful “coda” of “Kaffee und Kuchen” and a fine sampling of historical and modern instruments awaited us at the nearby home of Claus Köppel and Brigitte Schmock.
Deep appreciation to the DCS President, Martin Kather, and Board, and all who made the 50th Clavichordtage in Bad Krozingen such a success.
We look forward to the 51st Clavichordtage in Potsdam in September 2026!
Jemand aus dem Chat (anonym)
„ … es war klasse und Deine Ansprachen fanden wir optimal. Bis bald …“
Valentina Villaseñor | Foto: Kevin Birch
Behutsamer Instrumententransport | Foto: Kevin Birch














