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Deutsche Clavichord Societät e.V.

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Aktuelle Nachrichten
für Mitglieder und Clavichordfreunde

Liebe Clavichordfreunde,

ein Rekordjahr liegt hinter uns: zweimal Jubiläums-Clavichordtage mit insgesamt 14 Konzerten an zwei mal vier Tagen. Dazu gab es ein bisher nie dagewesenes Echo in den Medien, allen voran ein knapp einstündiger Beitrag im Deutschlandfunk (siehe untenstehende Fußnote), ein Beitrag im WDR-Magazin TonArt, und mehrere Seiten redaktioneller Berichte in der September-Ausgabe von und in der September-Ausgabe von CONCERTO. Wir können also dem Jubiläumsjahr zum 20. Geburtstag der DCS einen erfolgreichen Verlauf und Abschluss bescheinigen.

Nach dreimal erweiterten Clavichordtagen in Folge mit insgesamt 22 Konzerten, mit Workshops, Vorträgen und vielfältigen Exkursionen, haben wir im Vorstand der DCS – nach sorgfältiger Sichtung der Finanzen – beschlossen, dass im nächsten Jahr nur einmal Clavichordtage stattfinden werden, und zwar gemeinsam mit den Freunden aus der Schweiz, der Schweizerischen Clavichord Gesellschaft. Dies wird wieder ein verlängertes Wochenende sein, vom 02. – 05. Oktober 2014, an dem wir dankenswerterweise noch einmal im Schloss Bad Krozingen mit seiner berühmten Neumeyer-Junghanns-Tracey-Sammlung historischer Tasteninstrumente zu Gast sein können. um uns – im Jubiläumsjahr des berühmten Bach-Sohnes – mit der Claviermusik Carl Philipp Emanuel Bachs und seiner Zeitgenossen, aber auch mit der frühen Musik für Tasteninstrumente aus Süddeutschland und der Schweiz zu beschäftigen.

Wenngleich heute der Ruhm des Vaters Johann Sebastian alles Schaffen der zahlreichen Mitglieder dieser einmaligen Musikerdynastie weit überstrahlt, war die Situation zu Lebzeiten seiner Söhne – und insbesondere nach dem Tod des Vaters – eine völlig andere. Während man vor allem das Orgelspiel und die Fugenkunst Johann Sebastians weiterhin rühmte, wandte man sich doch schnell und bereitwillig der „Neuen Musik“ zu, vor allem dem, was seit dem frühen 19. Jh. „Sturm und Drang“ und auch dem, was bereits im 18. Jh. „Empfindsamkeit“ genannt wurde. Bereits für Mozart und seine Zeitgenossen war „Bach“ gleichbedeutend mit Carl Philipp Emanuel.

Auch wenn sich diese Gewichte wieder verlagert haben, bleibt doch der Name dieses Bach-Sohnes dauerhaft verbunden mit dem Clavichord, seinem bevorzugten Tasteninstrument, das zeitgleich mit dessen überaus umfangreichen kompositorischen Schaffen für dieses Instrument auch seine größte Blüte in Deutschland erlebte, bevor es im weiteren Verlauf allmählich vom lauteren Hammerklavier verdrängt wurde.

Mathieu Dupouy wird die Clavichordmusik Carl Philipp Emanuels in den Mittelpunkt seiner beiden Konzertprogramme stellen, wobei auch Kompositionen des älteren Bruders Wilhelm Friedemann erklingen werden. Lehrer und Schüler – Wege zu Beethoven hat Stefan Müller sein Clavichord-Konzert mit Werken von J. A. Hiller, G. C. Neefe, J. Haydn und L. v. Beethoven überschrieben. Enno Kastens wird sich in einem Konzert auf dem historischen Tangentenflügel der Bad Krozinger Sammlung ebenfalls mit C. P. E. Bach, aber auch mit dessen Zeitgenossen G. A. Benda, J. G. Eckard, E. W. Wolf, J. W. Hässler und J. F. Reichardt befassen. Wie weit der Einfluss der Bach-Söhne als Vorbilder und Lehrer reicht, demonstriert schließlich Jermaine Sprosses Konzertprogramm Musik W. F. Bachs und seiner Schüler – zählt er sich doch zu letzteren.

Als Ausgleich für so viel Empfindsamkeit, aber auch Sturm und Drang, werden Maria Bayley und Michel Bignens im zweiten Schwerpunkt dieses Wochenendes die frühe Musik der Region auf Clavichorden und einem Clavicytherium vorstellen. Hier werden u. a. einige Kompositionen aus den Tabulaturbüchern des Basler Humanisten Bonifacius Amerbach, aber auch andere Werke aus der Schweiz und dem südwestdeutschen Raum im 15. und 16. Jahrhundert erklingen.

Im Rahmen der Vorträge widmen sich Thomas Steiner und Vanya Hug der Frage, ob und inwieweit es im 17. Jh. bereits eine Serienproduktion von Clavichorden gab, während Paul Simmonds sich mit Carl Pfeiffer und einem besonderen Kapitel dem deutschen Clavichordbau des früheren 20. Jahrhunderts befassen wird und Ambrosius Pfaff die durchaus provokante Frage stellt: „Wieviel Vibrato braucht die Musik?“ (und falls man sich an dieser Stelle wundert, was dieser Beitrag bei den Clavichordtagen zu suchen hat, möge man berücksichtigen, dass das Clavichord als einziges Tasteninstrument überhaupt in der Lage ist, mittels der sog. „Bebung“ ein Vibrato zu erzeugen).

Anlässlich der Vorträge werden zwei Clavichorde von Carl Pfeiffer aus den 1920er Jahren vor Ort sein und auch musikalisch vorgestellt werden. Enno Kastens wird einige ausgewählte Instrumente der Neumeyer-Junghanns-Tracey-Sammlung historischer Tasteninstrumente präsentieren, und eine Ausstellung und musikalische Vorführung zeitgenössischer Nachbauten historischer Clavichorde rundet das Programm ab. Darüber hinaus kann ein Kurs von Martin Kather zu Stimmung und Pflege von Clavichorden gebucht werden.

Alle Details zum Ablauf dieses reichhaltigen Programms können Sie ab sofort in unserer Rubrik Clavichordtage Vorschau nachlesen.

Mit den besten Wünschen

Thomas Bregenzer (Präsident der DCS)

23. Februar 2014



Die Deutsche Clavichord Societät und ihr Jubiläumsjahr wurden 2013 im Deutschlandfunk in einer knapp einstündigen Reportage ausführlich dokumentiert.

Pressetext zum DCS-Beitrag im Deutschlandfunk

Als der Lyriker Johann Heinrich Voß 1786 in der Elegie „Die Sängerin” gleich in der ersten Zeile „des Klaviers schmachtenden Silberton” heraufbeschwor, da stand ihm vermutlich noch jenes Tasteninstrument vor Augen, das zu Beginn des Jahrhunderts der Hamburger Musikpublizist Johann Mattheson seinem galanten Publikum als „delicat” ans Herz gelegt hatte: das Clavichord. So empfindsam dieses sanft tönende Instrument reagiert, wenn die Tasten seine Saitenchöre über Tangenten in Schwingung versetzen, so dezent hat es sich heute im Zuge der Originalklangbewegung wieder im Konzert der historischen Instrumente neben Orgel, Cembalo und Hammerflügel positioniert. Eine eher kleine, aber umso enthusiastischere Schar von Musikern, Instrumentenbauern, Wissenschaftlern und fachkundigen Laien ist es denn auch, die sich zweimal jährlich zu den Clavichord-Tagen der ‚Deutschen Clavichord Societät‘ einfindet. Deren Blick richtet sich durchaus auf das ganze historische „Spektrum Clavier” – so das Motto des Treffens Ende April im Moselstädtchen Schweich. Und daher geht es auch in der „Musikszene” nicht nur um das Clavichord, sondern ebenso um eine stattliche Schweicher Privatsammlung mit vielen weiteren alten Tasteninstrumenten – und um die kontrastreich kräftig klingenden Orgeln, die im 18. Jahrhundert von den Brüdern Stumm im nahen Hunsrück gebaut wurden.

Sicherlich haben viele DCS-Mitglieder die Sendung live verfolgt oder die Möglichkeit genutzt, sie sich digital zum Nachhören aufzuzeichnen. Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir hier auf der DCS-Website leider keine Tondatei der Sendung zur Verfügung stellen.
Wir bedanken uns jedoch bei Herrn Heyder und dem Sender für die freundliche Genehmigung zur Bereitstellung des kompletten Sendemanuskripts, das Sie hier als PDF-Datei herunterladen können:

Heyder_MZ_130729_Clavichord.pdf (ca. 160 KB)



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