Gastkünstler

Teilnehmende Clavichordmusiker bei den Clavichordtagen der DCS.

Beginnend mit den 31. Clavichordtagen, die im Oktober 2009 auf Schloss Heynitz (Sachsen) stattfanden, möchten wir in dieser Rubrik künftig die Künstler näher vorstellen, die wir für unsere begleitenden Konzerte gewinnen konnten.

Sally Fortino

Sally Fortino

Sally Fortino, geboren in Bethlehem, Pennsylvania (USA), schloss ihr Studium 1972 mit Hauptfach Orgel am Moravian College mit dem Bachelor of Arts with Honors in Music (summa cum laude) ab. Ihre Ausbildung setzte sie als Cembalo-Schülerin bei Rolf Junghanns an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel in der Schweiz fort, wo sie 1977 das Diplom für alte Musik erwarb. 1978 kehrte sie nach Bethlehem in die USA zurück als Lehrerin für Cembalo, Gehörbildung und Aufführungspraxis am Moravian College und als Cembalistin des Washingtoner Ensembles Hesperus. Seit 1983 wohnt sie wieder in Basel und wirkt hier als Organistin, Cembalistin, Cembalolehrerin, Kuratorin alter Musikinstrumente und Konzert-Organisatorin. Sie gibt regelmäßig Konzerte als Solistin und Kammermusikerin und wirkt auch bei CD- und Rundfunk-Aufnahmen mit.

1993 bis 2006 war Sally Fortino künstlerische Leiterin der Schlosskonzerte Bad Krozingen und Kuratorin der dort untergebrachten Neumeyer-Junghanns-Tracey Sammlung historischer Tasteninstrumente. Seit 2002 veranstaltet sie Konzerte mit alter Musik auf historischen Tasteninstrumenten in ihrer eigenen Konzert-Galerie Pianofort’ino in Basel. Neben ihrer Konzerttätigkeit ist sie Herausgeberin verschiedener Werke barocker Orgel- und Kammermusik. In den letzten Jahren wurde sie auch vermehrt als Referentin und Musikerin an internationale Symposien eingeladen, z. B.:

  • The Early Keyboard Instrument Symposium (Edinburgh) 2008
  • Rencontres Internationales Harmoniques (Lausanne) 2008, 2006, 2002
  • Boston Early Music Festival (Boston) 2005
  • The British Clavichord Society Meeting (Edinburgh) 2004

Seit mehreren Jahren erforscht Sally Fortino auch das unbekannte Repertoire von Komponistinnen des 17. bis 19. Jahrhunderts, das sie an verschiedenen Symposien und Konzerten in den USA, England, Italien, Deutschland und der Schweiz vorgestellt hat. Eine CD-Aufnahme und einige Artikel und Musik-Editionen auf diesem Gebiet liegen vor.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschungsarbeit liegt bei der Musik des späteren 18. Jahrhunderts für Clavichord und Hammerflügel. Die Ergebnisse dieser Studien wurden in zahlreichen Konzertprogrammen präsentiert sowie in einigen Musik-Editionen und Aufsätzen.

(Deutscher Originaltext und Foto mit freundlicher Genehmigung von Sally Fortino.)

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Alfred Gross

Alfred Gross

Alfred Gross konzertiert mit einem von der Renaissance bis zur Wiener Klassik um 1800 reichenden Repertoire als Cembalist, Fortepiano- und Clavichordspieler. Umfangreiche Studien zur Spieltechnik der „clavierten Instrumente” sind dabei ein wichtiger Bestandteil seines Interpretationsansatzes, der die Einheit von Komposition und Instrument der entsprechenden Zeit wiederherstellen möchte. Seine ausgedehnte solistischen und kammermusikalische Konzerttätigkeit ist in zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentiert.

Aufgrund einer besonderen Liebe zum Clavichord gehörte Alfred Gross zu den Initiatoren der 1993 neu gegründeten Deutschen Clavichord Societät (DCS) und war bis 1999 deren Präsident.

Konzerte führten ihn in den vergangenen Jahren in zahlreiche europäische Länder, u.a. mit Soloabenden auf dem belgischen Festival für historische Tasteninstrumente „Antverpiano ” und dem Genfer Cembalofestival 1995, den sommerlichen Musiktagen Hitzacker und den Barockfestspielen Bad Arolsen. Er gastierte bei dem Festival Rheinischer Frühling, dem Bodenseefestival, bei der Greifswalder Bachwoche und den Friedenauer Kammerkonzerten in Berlin. Dazu kamen Einladungen zu Konzerten auf wichtigen Originalinstrumenten in Museen wie Stuttgart, Hamburg, München, Berlin, Leipzig, im Mozartmuseum Bertramka in Prag und in der Russell-Collection in Edinburgh. Im Bachjahr 2000 führte Alfred Gross in 15 Konzerten das Bachsche Cembalowerk zyklisch auf, im Rahmen des Symposiums „Wohltemperiertes Klavier ” spielte er im Herbst 2000 ein Clavichordkonzert im Schloss Köthen, wo Bach das Werk komponiert hat.

Mit dem Nachbau eines im British Museum befindlichen Clavicytheriums von 1480 fügt Alfred Gross seit 2003 seinem Repertoire die früheste Tastenmusik des 14. und 15. Jahrhunderts hinzu. Seine zunehmende Beschäftigung mit dem historischen Harfenspiel führte ihn zum Unterricht bei der Tübinger Harfenistin Petra Kruse und zu Giovanna Pessi nach Basel.

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Dietrich Kollmannsperger

Dietrich Kollmannsperger

Dietrich Kollmannsperger, (geb. 1958), ist außerberuflich als Konzertorganist, Clavichordspieler und Orgelwissenschaftler tätig. Grundlegende Klavier-und Orgelausbildung erfuhr er von 1972 – 1977 bei Ingeborg Walter (Tangermünde), danach folgten selbständige Studien zur Orgelinterpretation, speziell zur historisch orientierten Aufführungspraxis Alter Musik. Wichtige Anregungen hierzu vermittelten Helmut Perl und Jean-Charles Ablitzer.

Den Schwerpunkt des Repertoires bilden Werke des 17. und 18. Jahrhunderts. Konzerttätigkeit seit 1979, vorwiegend an historischen Orgeln; Auftritte in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Dänemark, Frankreich und Gran Canaria, fernerhin mehrere Einspielungen für Rundfunk und CD. Hinzu kommt eine intensive Beschäftigung mit der Kunst des Clavichordspiels, angeregt durch Erik van Bruggen (Leiden/NL), außerdem Tätigkeit in der Orgelforschung, als Sachberater bei Restaurierungsprojekten, Orgel- und musikwissenschaftliche Veröffentlichungen sowie die Mitarbeit an der Neuausgabe des New Grove Dictionary (1999) und dem Bach-Handbuch (Laaber-Verlag, 2007).

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Suzana Mendes

Suzana Mendes

Suzana Mendes studierte Cembalo und Clavichord in ihrer Heimatstadt Lissabon, sowie in Amsterdam, Oslo und Köln, wo sie bei Prof. Ketil Haugsand 1997 ihr Diplom „mit Auszeichnung” und 2000 ihr Konzertexamen am Cembalo und Clavichord absolvierte. Weitere entscheidende Impulse erhielt sie von Anneke Uittenbosch, Gustav Leonhardt und Richard Egarr. Speziell über iberische Tastenmusik nahm sie an zahlreichen Seminaren unter der Leitung von M. S. Kastner, G. Doderer, C. Rosado Fernandes, J. L. Gonzalez Uriol und Luisa Morales teil.

Suzana Mendes tritt europaweit sowohl solistisch als auch mit verschiedenen Ensembles auf. Sie spielte u. a. bei Ensemble Resonanz, Concerto Köln und Cordarte, und war mit Solisten wie Tatjana Grindenko, Evelyn Glennie und Matthias Goerner zu hören. Neben CD-Produktionen wirkte sie auch bei Rundfunkaufnahmen mit.

Sie beschäftigt sich intensiv mit historischen Stimmungen sowie praktischen Aspekten von Bau und Pflege historischer Tasteninstrumenten. 2001 baute sie selbst ein Clavichord nach Krämer, Göttingen, 1804.

Sie war zweimal zu Gast im Geburtshaus Robert Schumanns, mit einem Soloprogramm zur Demonstration verschiedener historischer Stimmungen, sowie unterschiedlicher Bauarten alter Tasteninstrumente (Clavichorde, Cembali und Hammerflügel).

Suzana Mendes ist Dozentin für Cembalo am Institut für Kirchenmusik der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf und an der Musikschule Siegen. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse für Cembalo, Clavichord, Kammermusik und Stimmung, privat und an der Musikhochschule in Porto und Lissabon (Portugal).

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Miklós Spányi

Miklós Spányi

Miklós Spányi wurde 1962 in Budapest geboren. Er studierte Orgel und Cembalo an der Franz-Liszt-Musikhochschule in seiner Geburtsstadt bei Ferenc Gergely und János Sebestyén und setzte seine Studien am Königlichen Flämischen Konservatorium bei Jos van Immerseel in Antwerpen sowie an der Hochschule für Musik in München bei Hedwig Bilgram fort.

Miklós Spányi zählt zu den international gefragten und vielseitigsten Tastenvirtuosen seines Landes. Er hat in den meisten Ländern Europas Konzerte gegeben, sowohl als Solist auf fünf Tasteninstrumenten (Orgel, Cembalo, Clavichord, Tangentenflügel und Fortepiano) wie auch als Continuospieler in verschiedenen Orchestern und Barockensembles. Er gewann erste Preise bei den internationalen Cembalowettbewerben in Nantes (1984) und Paris (1987).

Schon seit mehreren Jahren konzentriert sich seine Konzert- und Forschungsarbeit auf das Werk von Carl Philipp Emanuel Bach.

Miklós Spányi ist es auch zu verdanken, dass C. P. E. Bachs Lieblingsinstrument, das Clavichord, eine Renaissance erfuhr. Bei Könemann Music hat er einige Folgen der Ausgabe von C. P. E. Bachs Soloklaviermusik herausgegeben, und derzeit arbeitet er an einer neuen C. P. E.-Bach-Gesamtausgabe.

Miklós Spányi ist auch künstlerischer Leiter des ungarischen Barockorchesters Concerto Armonico. Mit diesem Ensemble hat er im Auftrag von BIS Records (Schweden) begonnen, die gesamten Clavierkonzerte sowie die Soloklavierwerke C. P. E. Bachs einzuspielen. Von der umfangreichen Reihe sind schon zahlreiche CDs erschienen. Regelmäßig produziert Miklós Spányi auch Aufnahmen für Hungaroton Classic.

Seit 1990 lebt Miklós Spányi in Finnland und unterrichtet am Konservatorium von Oulu sowie an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Er tritt immer häufiger auch als Dirigent verschiedener Orchester auf. Seit 2006 leitet er zudem das finnische Barockensemble OpusX, mit dem er die Aufnahmereihe der Klavierkonzerte C. P. E. Bachs fortsetzt.

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Kris Verhelst

Kris Verhelst

Bei den Konzerten, die Kris Verhelst in Europa, den USA und Japan aufführte, kamen bislang sowohl historische Originalinstrumente als auch moderne Nachbauten zum Einsatz. Ihre künstlerischen Interpretationen sind stets gekennzeichnet von tiefem Verständnis und hohem Respekt gegenüber den einzigartigen Qualitäten jedes einzelnen Instruments.

Kris Verhelst studierte Orgel bei Chris Dubois am Lemmensinstitut in Löwen (Belgien) und Cembalo bei Jos Van Immerseel am Königlich Flämischen Konservatorium in Antwerpen. Im Laufe des letzten Jahrzehnts erlangte sie einen internationalen Ruf sowohl als Solo- wie Continuospielerin im Rahmen zahlreicher Aufführungen und Aufnahmen mit renommierten Ensembles, wie den Orchestern Anima Eterna, Les Muffatti und Collegium Vocale und Kammermusikensembles wie More Maiorum, Oltremontano, La Sfera Armoniosa und Ricercar Consort.

Tonaufnahmen mit Kris Verhelst erschienen bei Passacaille, Accent, Ramée, Klara, Channel Classics, Mirare, Aliud and EMR. Während der vergangenen Jahre war sie zudem in steigendem Maße als Clavichordspielerin aktiv.

Kris Verhelst lehrt Cembalo, Basso Continuo und Kammermusik am Lemmensinstitut in Löwen und erhält regelmäßig Einladungen zur Leitung von Meisterklassen und Workshops.

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