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Clavichorde in St. Petersburg
oder
Wie kam Feldmarschall Kutusov zu einem Neupert Clavichord?

Aus Recherchen im Internet wußte ich von vier Clavichorden in St. Petersburg, eines im Museum der Artillerie- Pionier- und Nachrichtentruppen, zwei Clavichorde im Scheremetjev-Palast (Musikinstrumentenmuseum) und eines außerhalb von St. Petersburg in Palast von Pavlovsk.

Auf einer Reise nach St. Petersburg Juni/Juli 2001 besichtigte ich diese Instrumente. Mein Besuch im Museum der Artillerie- Pionier- und Nachrichtentruppen begann mit einer Enttäuschung. Die Abteilung, wo das Clavichord sein sollte, war bis Oktober geschlossen! Auf Anraten einer Wächterin besuchte ich den Leiter das Museums. Er meinte zunächst, er könne mir das Clavichord nicht zeigen, weil er keinen Schlüssel zu der Abteilung habe. Dann fragte er, woher ich käme und als er hörte, daß ich aus Deutschland käme und der Clavichord Societät angehöre, zeigte er sich plötzlich interessiert und war bereit, mir das Clavichord, auf dem angeblich der große Feldmarschall Kutusov (1745-1813) gespielt hatte, zu zeigen, und ich durfte es fotografieren. Leider war er nicht bereit, den Deckel des Instruments zu öffnen, so daß ich nicht mit letzter Sicherheit sagen konnte, daß es sich tatsächlich um ein Clavichord handelt. Als ich die Aufschrift Neupert, Bamberg entdeckte, war mir klar, daß das Clavichord offensichtlich nicht so alt war, daß Kutusov darauf gespielt haben konnte. Der Leiter meinte, er sei sich in Bezug auf das Alter des Instruments auch nicht sicher, da diese Sammlung von Andenken an Feldmarschall Kutusov ursprünglich aus Bunzlau (Schlesien) stammt.
Wieder zuhause, erfuhr ich von Herr Neupert, daß es sich bei dem Clavichord um ein typisches Clavichord der Modellreihe Phillip-Emanuel aus der Zeit um 1930 handelt. Die jetzigen Füße gehören nicht ursprünglich zu dem Instrument.



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Letzte Aktualisierung 7/2001