Header

Aktuelles

Neuigkeiten, Ankündigungen und besondere Mitteilungen.

Aktuelles

46. Clavichordtage der DCS: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

22. Mai 2020

So traurig es ist, aber, wie viele sich schon gedacht haben: die am Niederrhein für das Wochenende nach Pfingsten geplanten Clavichordtage konnten wir nicht stattfinden lassen und mussten sie für 2020 absagen.

Zwei „Trostpflaster“ mag es geben:

Erstens: Für den 14. und 15. November 2020 werden wir in der Leucorea, der alten Universität Wittenbergs Räumlichkeiten für ein Treffen zur Verfügung haben; geplant sind ein Vortrag über neue Erkenntnisse, Anna Magdalena Bach und ihre Stellung in der Familie betreffend (mit Aussagen auch zum Thema „Clavichord“), ein oder zwei Konzerte und – nach dem Vorbild des „Studiedags“ unserer niederländischen Schwestergesellschaft – Gespräche über und das Spiel auf den ausgestellten oder von Mitgliedern mitgebrachten Instrumenten sowie ein oder zwei Workshops. Hoffen wir, dass die dann herrschenden Randbedingungen eine ansprechende Atmosphäre und eine fruchtbare Begegnung ermöglichen!

Zweitens: Die „Clavichordtage am Niederrhein“ planen wir thematisch soweit möglich unverändert auf das kommende Jahr „nur“ zu verschieben. Als Termin ist das Wochenende vom 04. bis zum 06. Juni 2021 mit unseren Partnern vor Ort verabredet mit der Möglichkeit, den dann vorgeschalteten Fronleichnamstag (am 03. Juni 2021) zu eventuellen weiteren Aktivitäten zu nutzen.

Vielleicht auch lassen Sie sich anregen von einer Motette, sechsstimmig, die seinerzeit Heinrich Hartmann im Kantorat „der Kirchen und Schulen zu Coburgk“ für den Druck im „andern Theil Confortativae Sacrae Symphoniacae“, Erfurt 1617, vorbereitet hat und die den Titel trägt: „Die Starcken bedürfen des Arztes nicht“ (Matth. 9, 12–13) …



Zurück zum Seitenanfang

Musica Antica a Magnano/De Clavicordio I – XII –
Rückblick auf eine Ära, Rückblick auf eine Institution

29. August 2019

„Gentili Signore, Egregi Signori …/Ladies and Gentlemen, Never would I have imagined that one day Magnano might host an International Clavichord Symposium and welcome so many personalities of world-wide fame in the field of early music.“

Mit diesen Worten eröffnete am 9. September 1993 der Bürgermeister von Magnano, einem kleinen Ort etwa eine Autostunde nördlich von Turin, ein mehrtägiges Symposium, das Bernard Brauchli und Christopher Hogwood, wie ersterer einleitend anmerkte, sich etwa eineinhalb Jahre zuvor zu veranstalten vorgenommen hatten und das 1994 in einem ansehnlichen Band von Proceedings seinen Niederschlag fand. Die Zeit war offenbar reif für ein solches Unterfangen, wer aber hätte gedacht, dass der Atem lange genug reichen sollte, um das Ganze vor Ort mehr als 22 Jahre lang fortzuführen; aber „alles hat seine Zeit“, und nach Christopher Hogwoods Tod im September 2014 herrschte eine gewisse Unsicherheit, wie die weitere Entwicklung wäre. Wie sich nachfolgend zeigte, fand im Jahre 2015 zum letzten Male ein solches Symposium statt – der zugehörige Band des „International Centre for Clavichord Studies“, herausgegeben von Bernard Brauchli, Alberto Galazzo und Judith Wardman und betitelt „De Clavicordio XII“ ist 2017 erschienen.

Zum Jahreswechsel 2017/2018 kam dann endgültig die Nachricht: es werde in Magnano kein Symposium mehr geben. Für August 2018 waren an zwei aufeinanderfolgenden Tagen „Drei Jahrhunderte von Musik für das Clavichord“ angezeigt, gespielt von Bernard Brauchli in der Chiesa di San Secondo des Orts, allerdings ohne Bezug zu einer Tagung. In Amsterdam im Juni ebendiesen Jahres gefragt, dies sei ergänzend bemerkt, ob es Pläne gäbe, eine zweite Auflage seines richtungsweisenden Buches „The Clavichord“ herauszugeben (erschienen 1998 bei Cambridge University Press und mittlerweile als Paperback nachgedruckt), meinte er, darüber habe er noch nicht nachgedacht …

Und wenn Bernard Brauchli das letzte dieser Symposien, Nr. XII (vom 1. bis 5. September 2015), with deep sadness as … the first meeting without the collaboration and the warm and passionate presence of Christopher Hogwood, eröffnete, drückte er damit etwas aus, das nicht nur auf diesen, sondern letztlich auch auf ihn selbst zutraf: Wir sind beiden für ihr Wirken zu großem Dank verpflichtet. Als Hommage an Magnano, verbunden mit der Aufforderung, die mit den Symposiumsbänden gewissermaßen gegebene „Enzyklopädie des Clavichords“ zu Rate zu ziehen und zu nutzen, sei deren Inhalt in der Rubrik „Clavichordkultur“ unter dem neuen Menüpunkt De Clavicordio I – XII auf unserer Website wiedergegeben. Insgesamt veröffentlicht wurden 12 Symposiumsbände.

De Clavichordio Bände

Von links nach rechts: die „Proceedings“ von 1993 (noch ohne die Nummerierung „De Clavichordio I“), „De Clavicordio II“, Volume VIII (mit dem ein Farbwechsel verbunden war) und Bernard Brauchlis Buch „The Clavichord“.



Zurück zum Seitenanfang

Jubiläumsedition II

02. November 2018/29. August 2019

Notenausgabe aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der DCS

Aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens initiierte die Deutsche Clavichord Societät mit Blick auf die Schwerpunktthemen ihrer 44. Clavichordtage vom 2. bis zum 4. November 2018 in Göttingen eine Notenausgabe von Friedrich Wilhelm Marpurgs VERSUCH IN FIGURIRTEN CHORÄLEN SOWOHL FÜR DIE ORGEL, ALS FÜR DAS CLAVICHORD sowie seines ZWEYTEN VERSUCHS IN FIGURIRTEN CHORÄLEN UND FUGEN, beide erschienen in Berlin und Amsterdam gegen Ende des 18. Jahrhunderts ohne Jahresangabe.

Marpurg Band I und II

Das wirklich Besondere dieser „Versuche“ liegt darin, dass Marpurg in einem „Nachbericht“ (am Ende von Teil I) konkrete Hinweise gibt, wie nicht nur jene Werke auf dem Clavichord umgesetzt werden könnten, die manualiter gedacht und notiert sind, sondern auch diejenigen, welche als pedaliter bezeichnet und zumindest teilweise wie heute üblich auf drei Systeme verteilt sind.

Die Edition besorgte Martin Lubenow vom Verlag Mvsiche Varie/Germersheim; sie stützt sich auf Originale in der Bayrischen Staatsbibliothek in München und im Institut für Musikwissenschaft der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und beinhaltet alle 21 Choräle des ersten sowie alle (7) Choräle, (7) Fugen und das Capriccio des zweiten Teils. Den 1:1-Übertragungen als Anhang beigefügt sind, soweit erforderlich, den Vorschlägen Marpurgs folgend manualiter-Versionen der auf drei Systemen notierten Sätze.

Wir freuen uns sehr, über ein gewisses Kontingent dieser Ausgabe zu besonderen Konditionen verfügen zu können, zugänglich für Mitglieder der DCS und ihrer Schwestergesellschaften. Während der Normalpreis für Heft 1 (mit den Chorälen, 40 Seiten stark) € 18.–, für Heft 2 (mit Chorälen, Fugen und Capriccio, 28 Seiten) € 16.– und für beide Hefte zusammen € 30.– beträgt und entsprechende Ausgaben über den Notenfachhandel oder direkt über den Verlag (www.musichevarie.de) zu beziehen sind, können diese beide „Versuche“ zusammen für € 20.– erwerben. Die Bezahlung erfolgt gegen Rechnung. Bestellungen bitten wir unter Angabe von Stückzahl und Versandadresse formlos an den Vorstand zu richten (vorstand@clavichord.info). Als Beispiel seien hier die Vorlage und der Beginn der Transkription einer der Fugen wiedergegeben:

Fugenbeispiel 1 Fugenbeispiel 2

N.B. Über www.imslp.org oder – direkt – über den Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek in München (www.bsb-muenchen.deg) sind beide „Versuche“ Marpurgs in ihrer ursprünglichen Fassung einzusehen, wobei Heft 2 an diesem Standort nur unvollständig überliefert ist.



Zurück zum Seitenanfang

Clavichordstipendien

07. Januar 2017

Anonymes Clavichord (Russell Collection, Edinburgh)

Anonymes dreifach gebundenes Clavichord, Flämisch [?] ca. 1620, Russell Collection, Edinburgh, Nr. 4486. Foto: Thomas Pfeiffer

Neuigkeiten von unseren Stipendiaten:

Die Deutsche Clavichord Societät hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1993 der Pflege und Wiederbelebung der Clavichordkultur verschrieben. Dies geschieht seit diesem Jahr auch durch Instrumentenstipendien in Form einer zeitlich befristeten Überlassung jeweils eines von drei Clavichorden.

Ermöglicht wird das Projekt durch die großzügige Stiftung des im Jahre 2015 viel zu früh verstorbenen Freundes und Mitgliedes Dr. Michael Dalhoff. Schon zu Lebzeiten hat Michael Dalhoff den Wunsch geäußert, dass drei Clavichorde aus seiner Instrumentensammlung nach seinem Tod der Deutschen Clavichord Societät übereignet werden und fortan im Sinne der Förderung der Clavichordkultur, insbesondere in der Förderung des Nachwuchses eingesetzt werden. Diesen Wunsch kann die Deutsche Clavichord Societät mit der Vergabe von Instrumentenstipendien in Form einer zeitlich befristeten Überlassung seither Wirklichkeit werden lassen. Mit der Überlassung eines Instruments soll für den Nutzer/die Nutzerin die Möglichkeit, aber auch die Verpflichtung verbunden sein, zwischenzeitlich, am Ende der Überlassungsperiode oder in einem angemessenen Zeitrahmen danach ein Konzert im Rahmen der Clavichordtage zu geben oder in anderer geeigneter Weise die Resultate seiner/ihrer Clavichordarbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Projekt hat nun die ersten künstlerischen Ergebnisse hervorgebracht:

Ein gebundenes Clavichord nach der Urbino-Intarsie (ca. 1479) von Pierre Verbeek wurde an Veit-Jacob Walter vergeben. Veit-Jacob Walter widmet sich im Besonderen der Musik aus der Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts und verfolgt dabei vor allem das Anliegen, ikonographische Auswertungen mit schriftlichen Quellen zu Musik und Instrumentenbau zu verbinden und in die Aufführungspraxis zu integrieren. Der mehrfache Preisträger (u.a. zahlreiche Preise beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, Gewinner des Händelwettbewerbs Karlsruhe in der Kategorie Cembalo und des Concours artistique d’Épinal/France) studierte mittelalterliche Tasteninstrumente bei Corina Marti an der Schola Cantorum Basiliensis und Cembalo bei Prof. Jörg Halubek an der Bruckneruniversität Linz und schloss beide Studiengänge mit Auszeichnung ab. Ab dem Herbstsemester 2016 wird er seine Studien im Bereich mittelalterliche Tasteninstrumente bei Corina Marti an der Schola Cantorum Basiliensis im Master-Studium fortsetzen. Die Ergebnisse seiner Beschäftigung mit dem Urbino-Clavichord konnte man in einem fulminanten Konzert im Rahmen der Clavichordtage in der Welschnonnenkirche Trier erfahren. Ein weiterer Bericht dazu soll folgen.

Die zweite Stipendiatin ist Ying-Li Lo. Sie wurde in Taiwan geboren. Nach ihrem ersten Klavierunterricht bei Jie-Wen Wu setzte sie 1996 ihre Klavierausbildung an der staatlichen Oberschule „Hsin-Tien” bei Prof. Alexander Sung fort. Ab 2002 absolvierte sie ein Klavierstudium bei Prof. Thomas Steinhöfel an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, seit 2007 studiert sie am dortigen Institut für Alte Musik bei Prof. Bernhard Klapprott Cembalo und Clavichord. Seit 2013 ist sie als Lehrbeauftragte für Korrepetition und Cembalo Nebenfach am Institut für Alte Musik in Weimar und seit 2015 als Cembalo-Korrepetitorin und -Lehrerin an der Musikschule in Erfurt tätig. Sie spielt seit März 2016 das bundfreie Clavichord nach Hubert. Ihre Arbeit wird sie im Rahmen der kommenden Clavichordtage in Probsteierhagen präsentieren.

Haben Sie Interesse am Stipendien-Programm? Weiterführende Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Seite mit unserem Vereinsprofil.



Zurück zum Seitenanfang

Verzeichnis „anonymer“ Clavichorde

02. Oktober 2016

Neu in unserer Rubrik Clavichordkultur – Literatur und Noten:

Eine umfangreiche Excel-Liste historischer Clavichorde ohne Signatur, die keinem Erbauer zuzuordnen sind, ergänzt seit neuestem unsere Rubrik Clavichordkultur – Literatur und Noten. Zusammengestellt von Lothar Bemmann, bietet sie erstmals einen geographisch sortierten Überblick der bekannten rund 480 Instrumente.



Bild am Seitenkopf:
Orphic transportable clavichord
Source: Wikipedia | © Jorge Royan, licensed under CC BY-SA 3.0

Zurück zum Seitenanfang
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.