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Teilnehmer der Clavichordtage der DCS und der der Schweizerischen Clavichordgesellschaft berichten:

Fotos von Dorothea Demel


Samstag, den 21. Oktober 2006, 1. Teil: Bericht von Ambrosis Pfaff, Locarno


Um pünktlich bei der Ausstellung anzukommen, frage ich einen Passanten aus Basel wo die Clavichordtagung stattfindet. Mir wird mit einer Gegenfrage geantwortet: Handelt es sich dabei um einen Ärztekongress?
Das nicht. Aber infiziert vom Clavichordvirus sind wir alle.
Um 10 Uhr wird uns Bernhard Brauchli durch die Ausstellung der historischen Instrumente, die im Parterre aufgestellt sind, führen.
Bis dahin bin ich aber auf der Suche nach der Musikerin, die meinen gebundenen C.G.Hubert bei der Ausstellung der neugebauten Instrumente anspielen wird. Zum Glück werde ich bei Nicole Hostettler fündig , mache in einem Nebenraum die letzen Stimmarbeiten und freue mich auf einen guten Vortrag.
Als ich die Treppe hinaufsteige, sehe ich eine stattliche Besucherzahl, die dem Vortrag von Bernhard Brauchli und Michel Bignens lauschen. Michel spielt seine Instrumente mit diesen wunderbaren Händen, die aussehen wie italienische Rosetten. Sein Spiel, das von mezzo piano über piano zu pianissimo nach : "War da noch was" variert . Hat mir sehr gut gefallen.
Meine Temperatur ist leicht erhöht.
Zum Gelingen einer guten Tagung tragen auch die Instrumentenmacher bei. Bringen sie nicht ihre wertvollen Musikinstrumente von weit her, werden nicht noch in letzter Minute Aenderungen vorgenommen, Fussgestelle vergoldet, Saiten gewechselt und Tangenten poliert. Jeder möchte gerne bei den Musikern einen guten Eindruck hinterlassen.
Und dann ist der Moment da.
Die Werke von Benedikt Class, Christian Fuchs, Jörg Gobeli, Dietrich Hein, Martin Kather, Sander Ruys, Burkhard Zander und mir, Ambrosius Pfaff, werden unter der Leitung von Volker Krüger vorgestellt. Es erfüllt uns alle mit Stolz und könnte eine kleine Ewigkeit weiter dauern.

In der Clavichordausstellung


Suzana Mendes

Nicole Hostettler

Habe ich Fieber?
Die Geschichte des Clavichords in Bildern , die Bernhard Brauchli zusammen gestellt hat, habe ich in dieser Art noch nie gesehen. Man hat den Eindruck seit Menschengedenken tauchen Clavichorde auf. In Skulpturen aus Stein, Holz , bei der Glasmalerei, in Fresken, aus Porzellan und in vielen vielen Darstellungen und Bildern. Eigentlich hätte ich gerne die Bild - CD gekauft.
Ich habe Clavichordissmus!!!
Den Besuch in der Werkstatt von Thomas Steiner, den Besuch in der Schola Cantorum Basiliensis sowie das Historische Museum musste ich leider ausfallen lassen. Ich hatte mich beim Workshop von Martin Kather eingeschrieben und wollte mit ihm über den Bau philosophieren. Über den optimalen Anschlagpunkt, die Breite der Tangente, den Saitenzug, die Statik des Gehäuses und so vieles mehr.
Der Nachmittag verging im Flug.
Bei einer Pause kam mir die Frage: Ist ein Leben ohne Clavichord möglich? Die Antwort ist Ja.
Aber mit Clavichord ist es reicher.