home dcs museum1 cd konzert links


Samstag, 8.10.2005
Bericht über die diesjährigen Clavichordtage in Eichstätt

von Konrad Burr (Ergänzungen, Fotos: Dorothea Demel)


10.30 Uhr Instrumentenvorführung
Volker-Ekkehard Krüger moderierte die Eichstätter Instrumentenausstellung mit Clavichorden von Benedikt Claas (Pedalclavichord!), Bernhard Edskes/Felix Jenni, Andreas Hermert 1) nach dem Erlanger Traktat, 2) nach polnischen Vorbild, 1634, 3) thüringisch, Martin Kather (6-oktaviges Instrument mit piano-Kniehebel und 4-Fuß im Baß), Martin Pühringer und Jean Tournay. Am meisten haben mich die Improvisationen von Jaroslav Tùma beeindruckt.
tumapedal
Jaroslav Tùma am Pedalclavichord
(Erbauer: Benedikt Claas)
14 Uhr Stadtführung
Eine agile Stadtführerin ging mit uns durch Eichstätt, mit gerade richtig abgewogenen Informationen zu den einzelnen romanisch - gotisch - barocken Gebäuden der Stadt, besonders eindrucksvoll war das "querspringende Gewölbe" des Domkreuzganges.
Abgeschlossen wurde der Rundgang durch einen Besuch des Klosters der Heiligen Walburga, wo uns die Äbtissin einen engagierten Vortrag über Geschichte und Wunder der Heiligen hielt und einen prall mit Kompositionen für Orgel, Chor, Instrumente- Kirchenmusik und weltliche Musik- gefüllten Katalog der Musikbibliothek des Klosters zeigte.



Bei den Benediktinerinnen

17 Uhr Vortrag von Lorenz Gadient: Das Clavichord und die Jesuiten
Der anschließende Vortrag von Lorenz Gadient (Eichstätt) machte deutlich, dass schon im 16. Jh. das Clavichord von portugiesischen Seefahrern, wie Schriften von Pater Francisco und japanische bzw. chinesische Quellen belegen, nach Fernost gebracht wurde. In Japan wurde das Clavichord mit dem japanischen Instrument Koto verglichen. So ist auch belegt, dass 4 Eunuchen am chinesischen Kaiserhof das Clavichordspiel von den dort anwesenden Jesuiten erlernen mussten, um dem Kaiser vorzuspielen.
Der zweite Teil des Vortrages beleuchtete die Stellung des Monochords, Manichords und Clavichords aus jesuitischer Sicht und Vorstellung der irdischen und himmlischen Welten (Vision des Ignatius, "Musurgia universalis" von Athanasius Kircher).

Lorenz Gadient
19 Uhr Konzert: Faszination Wohltemperiertes Clavier
Jaroslav Tùma spielte mit viel Delikatesse Präludien und Fugen aus dem wohltemperierten Clavier von J.S. Bach: Es Dur (WTC I, BWV 852), f Moll (WTC I, BWV 857), A Dur (WTC II, BWV 888), a Moll (WTC II, BWV 889). Ebenso klar und durchsichtig war sein Vortrag der Fuge f Moll des leider viel zu wenig gespielten Josef F. N. Seger (1716-1782.). Jaroslav Tùma brachte mit 2 Fugen, deren Komponist nicht genannt wurde, etwas Ratefieber ins Publikum, gelöst wurde das Rätsel von Herrn Gadient, der "Michael Glinka" als Komponisten erkannte.
Im übrigen war die traumwandlerische Sicherheit von Jaroslav Tùma zu bewundern, die er mit der Interpretation der Bachschen Passacaglia auf einem Pedalclavichord von Benedikt Claas zeigte, obwohl er das Instrument erst ein paar Stunden vorher kennengelernt hatte.
Aus Anlass der 25. Clavichordtage der DCS erfreute Jaroslav Tùma das Publikum zum Schluss mit einer Improvisation über das Thema DCeS.


jtuma
Jaroslav Tùma spielt Clavichord
(Erbauer: Martin Kather)

Jaroslav Tùma lauscht:
"Wer errät den Komponisten?

In der Clavichordausstellung
Und zu guter Letzt:
Präsident und Vizepräsidentin der DCS
Karikaturen eines Besuchers