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Wer es schaffte, schon Samstag Vormittag um 9 Uhr munter zu sein, wurde mit einem faszinierenden Vortrag von Andreas Hermert belohnt, der zunächst die Kenntnisse über das alte polnische Clavichord zusammenfasste.
Das Clavichord (C/E-c''', 2-3-fach gebunden, 2-chörig (20 Saitenpaare)) aus dem Clarissenkloster von Stary Sacz bei Krakau, Polen trägt die Signatur vor dem Waagebalken unterhalb der Tasten: Albertus Septemda me fecit / Mensator Cracouiensis / Anno Domini 1634 (die 3 ist nicht ganz sicher). Aber von seiner Konstruktion her ist das Clavichord älter als z.B. Leipzig 1-3. Es ähnelt einem Clavichord mit Bauprinzipien aus dem 15. Jahrhundert wie das Clavichord auf einer Zeichnung in Michael Prätorius' Syntagma musicum III (1619).
So gibt es einen durchgehenden Resonanzboden aus Fichte; Stimmstock und Anhangleiste "schweben" über dem Resonanzboden und sind mit den Seitenwänden verleimt und verzapft. Der lose Steg aus Fichte! (noch wie ein Saiteninstrumentsteg) ist völlig gerade, die Saiten verlaufen beinahe parallel zur Rückwand. Die Tastatur ist nur scheinbar nicht vorspringend wie sie es bei M. Prätorius ist, die freien Räume links und rechts der Tastatur sind mit je einem Kästchen gefüllt. Das Clavichord ist nicht spielbar, die Tasten sind festgebacken, aber die originalen Messingtangenten sind alle an ihren ursprünglichen Einschlagstellen. Einmalig ist auch eine drehbar angebrachte Deckelstütze.

Zeichnung der Signatur Der Nachbau von Andreas Hermert ist mit viel Liebe zum Detail hergestellt, so hat er die einzigartige Führung der Tastenhinterenden nachgebaut: in kleinen Messingstegen an der Rückwand laufen die gegabelten Tastenhinterenden. Die Tastenhebel sind bis zum hinteren Ende gerundet. Auch den nur scheinbar mit Rahmen versehenen Deckel hat er nachgebaut und wie im Original mit Leisten versehen. Natürlich fehlen auch die Rosette im Resonanzboden und das Herzchen im Steg nicht. |
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Skizze von A. Hermert nach M. Prätorius

Skizze des polnischen Clavichords
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