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DCS Mitglieder berichten von den 24. Clavichordtagen vom 15. bis 17. April 2005 auf Schloss Homburg.

Fotos von Dorothea Demel

Freitag, 15. April 2005
Bericht von Gösta Funck

Die 24. Clavichordtage führten die Mitglieder der DCS und die Liebhaber des Clavichords auf das Schloß Homburg, das hoch über dem Main in seiner Abgeschiedenheit einen idealen Ort für das Treffen bot. Eröffnet wurde das Wochenende von Michael Günther, der im Schloß Homburg lebt und dort seine Sammlung von Tasteninstrumenten beherbergt. Ebenso begrüßte Lothar Bemmann die Teilnehmer sowie der Landrat des Main-Spessart-Kreises Armin Grein. Im Anschluß konnte man die ausgestellten Instrumente kennenlernen, deren Vielfältigkeit von einem 2½ oktavigen gebundenen Oktavclavichord (Andreas Hermert) bis zu einem Pedalclavichord (Benedikt Claas) reichte.
1. Konzert: Gustav Leonhardt Der Höhepunkt des ersten Tages war zweifelsohne das Konzert von Gustav Leonhardt. Dass Gustav Leonhardt überhaupt noch so eine rege Konzerttätigkeit zeigt, kann nicht hoch genug bewertet werden. Deshalb gilt ihm die besondere Dankbarkeit der DCS und seines Publikums. Die Gestaltung des Programms eröffnete einen spannenden Weg durch die Clavierliteratur. In der Wahl der ersten Komposition waren bereits alle folgenden Stücke keimartig angelegt. Schwerpunkt bildeten Liedvariationen in verschiedenen Ausprägungen, Fantasien waren vertreten und Suiten als französisches Element. Bis auf eine Ausnahme waren nur deutsche Komponisten vertreten. Mit dem "Abschied von meinem Silbermannschen Clavier" von C.P.E. Bach als letzten Programmpunkt verabschiedete sich Gustav Leonhardt von seinen Zuhörern auf eine ganz besonders leidenschaftliche Weise. Die Spielweise Gustav Leonhardts hat in mir - um wenigstens einen Aspekt zu nennen - einen sehr jugendlichen spielfreudigen Eindruck hinterlassen ohne sein unnachahmliches Kalkül vermissen zu lassen - ein Genuß!
Für die ersten drei Stücke hat Gustav Leonhardt drei gebundene Clavichorde aus der Ausstellung gewählt (Reinhard Steller, Paul Jenderko, Andreas Hermert), die folgenden Werke spielte er auf einem "Friederici" von Jean Tournay.


mg
Michael Günther,
Gastgeber der DCS auf Schloss Homburg
gl
Gustav Leonhardt beim Improvisieren
in der Clavichordausstellung

Nach dem Konzert: Gustav Leonhardt mit
Lothar Bemmann (Präsident der DCS)
Programm: 1. Konzert: Freitag, den 15. April 2005, 19:00
Gustav Leonhardt, Clavichord
Dietrich Buxtehude
(1637-1707)
Drei Variationen auf Rofilis (Lully)
Melchior Schildt
(1592/3-1667)
Gleichwie das Feuer
Anonym
(niederländisch, ca. 1630)
Windeken daar het bos af drilt
Johann Jacob Froberger
(1616 - 1667)
Suite Nr. 2 in d-moll
Allemande - Courante - Sarabande - Gigue
Johann Jacob Froberger Fantasia 2
Johann Pachelbel
(1653-1706)
Aria Sebaldina, con partite (1699)
Georg Böhm
(1661-1733)
Ach wie nichtig, ach wie flüchtig, con partite
Georg Böhm Capriccio in D-dur
Georg Böhm Suite in f-moll
Allemande - Courante - Sarabande
Pause
Johann Sebastian Bach
(1685 - 1750)
Fantasia in c-moll, BWV 1121 (1703)
Johann Sebastian Bach Aria variata alla maniera italiana, BWV 989 (1705?)
Johann Ernst Eberlin
(1702-1762)
Toccata in F-dur (1747)
Carl Philipp Emanuel Bach
(1714-1788)
Abschied von meinem Silbermannschen Clavier (1781)