Zwischen den beiden Kursteilen fand die Clavichorddemonstration statt. Leider war für diese Demonstration nicht genügend Zeit vorhanden, denn bei der großen Zahl an ausgestellten Instrumenten (gebundene und bundfreie Clavichorde, Reiseclavichorde und Pedalclavichorde) und den diesmal auch reichlich vorhandenen Spielern (Eberhard Brünger, Erik van Bruggen, Antoinette Hermert-Grün, Peter Gulas, Eckhart Kuper, Suzana Mendes, Sander Ruys, Joachim Schreiber, Michael Zapf, Raphael Zauels) war es schade, dass auf jedem Clavichord nur eine kleine Kostprobe zu hören war. Schön war es, dass uns einige Spieler dieses Mal gekonnte Improvisationen vorführten. An den im nahen St. Petri Dom in Bremen beerdigten Adolph Freiherr von Knigge wurde mit einem Menuett aus einer seiner Claviersonaten erinnert.
An Ausstellern waren vertreten: Benedikt Claas, Northeim; Christian Fuchs, Bielefeld; Dietrich Hein, Oldenburg; Andreas Hermert, Berlin; Martin Kather, Hamburg; Eckehart Merzdorf, Remchingen; Sander Ruys, NL-Sint Pancras; Reinhard Steller, Reinbek; Jean Tournay, B-Noville-les-Bois, Dick Verwolf, NL-Leiden.
Viel Anklang fand auch die Möglichkeit in der Clavichord Ausstellung ein originales Clavichord aus der Mitte des 18. Jahrhunderts anzuspielen, das der Besitzer in Bremen zur Verfügung gestellt hatte.
In der Clavichordausstellung
A. Hermert-Grün am
Cl. aus der Mitte des 18. Jh.
Suzana Mendes am Cl. nach Tannenberg, gebaut von M. Kather
Erik van Bruggen am Pedalclavichord,
gebaut von Dick Verwolf
2. Konzert: Erik van Bruggen, Pedalclavichord
Am Abend fand in der St. Remberti Kirche ein Clavichordrecital auf einem Pedalclavichord im Stil des 17. Jahrhunderts, gebaut von Dick Verwolf statt. Das immer transparente Spiel von Erik van Bruggen gefiel sehr gut, auch ist das Hören eines Pedalclavichords immer besonders Ereignis. Er spielte folgende Werke: Johannes von Lublin (J)eszcze Marczczyne; J. P. Sweelinck Praeludium (pedaliter); H. Scheidemann; Praeambula ex C, ex d, es d, ex e; Franz Tunder Praeludium ex g; M. Weckmann Praeambulum ex d; J. C. F. Fischer aus dem Blumen-Strauss; Dietrich Buxtehude Praeludium ex C, BuxWV 137 und von Ch. Ritter die Sonatine ex d. Als Zugabe spielte Erik van Bruggen noch eine Improvisation. Es zeigte sich, dass ein Pedalclavichord nur als Übeinstrument für Organisten viel zu schade ist, es sollte öfter in Konzerten zu hören sein.