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Samstag, 2. Oktober 2004 von Dorothea Demel

Fotos von Dorothea Demel


Samstag, den 2. Oktober 2004

Vortrag Martin Skowroneck

Der bekannte Instrumentenbauer Martin Skowroneck hielt einen Vortrag mit dem Thema Erinnerungen, Beobachtungen, Erfahrungen. Er schilderte seine Entwicklung zum Clavichordbauer und seine Erfahrungen beim Bau von Clavichorden. Er erzählte - um nur einige Beispiele zu nennen - von den Tastenhebeln und ihrer Wichtung, den Saitenmaterialien, dass zum Beispiel heute das Messing andere Eigenschaften hat, weil es nicht mehr die früher aufgrund der Herstellung vorhandenen Verunreinigungen enthält, dem Einfluss der Stärke und der Beschaffenheit des Resonanzbodens. Es war faszinierend anzuhören, welche scheinbar geringe Veränderungen bei der Konzeption eines Clavichords seine Klangeigenschaften entscheidend verändern.
mskowroneck

Der Präsident der DCS, Lothar Bemmann
mit Martin Skowroneck

Interpretationskurs: Prof. Harald Vogel

Nach einigen Jahren Pause fand bei den Clavichordtagen wieder ein Interpretationskurs für Clavichord statt. Er war in zwei Teile gegliedert. Zunächst ließ Prof. Vogel eine große Anzahl der anwesenden Teilnehmer, besonders auch solche, die noch nie Clavichord gespielt hatten ein Stück aus der Tabulatura nova von Samuel Scheidt spielen: Niederländisch Liedgen. Cantio Belgica Ach du feiner Reuter. Es gab sehr viele unterschiedlich klingende Ansätze zu diesem Stück. Prof. Vogel zeigte an einem Beispiel, dass der Klang auf dem Clavichord sich deutlich verbessert, wenn das Gewicht des Ellenbogens im Moment des Anschlags eingesetzt wird. Überhaupt wurde sehr deutlich, warum das Clavichord als Übeinstrument nicht nur für den Cembalisten und Organisten sondern auch für den modernen Pianisten so gut geeignet ist, weil es die feinste Kontrolle über den Klang zulässt, der Spieler bei keinem anderen Tasteninstrument so direkt sein Spiel gestalten und kontrollieren kann wie beim Clavichord. Im zweiten Teil des Kurses wurde bei den aktiven Spielern direkt auf ihre Probleme eingegangen. Zum Beispiel wurde an der Paduana Lacrimae von H. Scheidemann erläutert, dass leider noch viele moderne Ausgaben mit Taktstrichen versehen sind (zudemwerden oft auch die Notenwerte nicht richtig wiedergegeben), was zu einer falschen Schwerpunkteverteilung führt. Die zugrunde liegende Tabulatur war völlig ohne Taktstriche. Es wurde auch erläutert, dass unsere jetzige Art Stücke zu üben und dann aus den Noten zu spielen, nicht den Gepflogenheiten der damaligen Zeit entspricht. Damals wurden die Stücke auswendig gelernt und aus dem Gedächtnis gespielt, teilweise als Improvisation.