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Am ersten Abend der 23. Clavichordtage (1. Oktober 2004) in Bremen gab es unter den romanischen Gewölben der Ostkrypta des Bremer Doms ein sehr schönes Konzert. Harald Vogel spielte Werke von Sweelinck, Scheidt und J.S. Bach.
Er hat sich in diesem Konzert auch als Lehrmeister präsentiert. Es konnte auch ein mit Musikvorbildern illustriertes Seminar sein. Begeistert erzählte er von sich ändernden Komponiertechniken im 16. und 17. Jahrhundert. Sogar den ganzen Orfeusmythos hat er uns gezeigt in einem Werk von Sweelinck (Fantasia Cromatica) und von Bach (die Ciaccona aus der Partita II für Violine in d-moll in einer sehr überzeugender Übertragung für Clavichord von Harald Vogel und Edoardo Bellotti). Aber man konnte auch die ganze Orfeusgeschichte vergessen während dieses Konzert. Herr Vogel spielte so expressiv und faszinierend, dass es egal war ob man alle seine Hinweise zu den Orfeusszenen entdeckte oder nur sich vollkommen der herrlichen Clavichordmusik ergab.
Nur eine Frage blieb was mich betrifft unbeantwortet: Warum spielte Harald Vogel auf einem so späten, übrigens sehr schönen von Dietrich Hein gebauten Friederici-Instrument? Eigentlich war es nur für die Bach-Ciaccona ein bißchen geeignet. In der Clavichordausstellung gab es eine ausreichende Auswahl von früheren Instrumenten mit ihrem eigenen direkten und "unromantischen" Klang!
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