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14. März 2004, 3. Tag, von Raphael Zauels
Am Sonntag, dem 3. und letzten Tag in Frankfurt/Oder, standen wiederum ein Vortrag und ein Konzert auf dem Programm. Ersterer wurde verfasst von Prof. Hans-Günter Ottenberg, der ihn jedoch krankheitsbedingt nicht selber halten konnte. An seine Stelle trat Christine Hellert, die am Vortag bereits auf überaus gelungene Art und Weise das Konzert von Akiko Yamashita rezitatorisch mitgestaltet hatte. Der erste Teil des Vortrags ("Abschied von meinem Silbermannischen Claviere") thematisierte den Verkauf von C.Ph.E. Bachs Clavichord an Dietrich Ewald von Grotthuß, jene rührende Geschichte also, in die sich jeder Instrumentenliebhaber allzu gut hineinversetzen kann, der weiß, was es bedeutet, eines seiner geliebten "Kleinodien" abzugeben, zumal es sich ja bei dem Silbermann - Clavichord um ein Instrument der besonderen Güte gehandelt haben muss. Die detaillierte und anschauliche Beschreibung der herausragenden klanglichen Eigenschaften dieses Instrumentes steigerte die Vorfreude auf das sich anschließende Konzert, in welchem ja auch die beiden Werke von Bach (Abschied vom Silbermannschen Clavier) und Grotthuß (Freude über den Empfang des Silbermannschen Claviers) auf dem Programm standen, die im Zusammenhang mit dieser Instrumententransaktion entstanden sind. Im zweiten Teil des Vortrags ("C.Ph.E. Bachs Beziehungen zum Baltikum") lernten wir Bach als geschickten Geschäftsmann kennen, dem es gelang, mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems seine Werke in weiten Teilen Europas zu verbreiten. Die überraschend umfangreiche Quellenlage erlaubt einen faszinierenden Einblick in die Verflechtungen und Beziehungen unter musikökonomischen und -soziologischen Aspekten gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Ein überaus interessantes Thema also, das auch Inhalt einer demnächst erscheinenden Publikation von Prof. Hans-Günter Ottenberg sein wird. Das letzte Konzert mit Andreas Erismann rundete die musikalischen Darstellungen der auf eine Stilepoche ausgerichteten Programme auf hervorragende Art und Weise ab. Es ist schon erstaunlich, wie es diesem sympathischen und bescheiden wirkenden Künstler gelang, dem Instrument (es war wieder das von Dietrich Hein) eine schier unglaubliche Fülle von Farben und Nuancen zu entlocken. Diese Tage in Frankfurt haben deutlich gezeigt, dass die Beschäftigung mit dem Clavichord unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen ermöglicht und der Vielfältigkeit der Ausdrucksmittel breiten Raum bietet. Damit ist bei den drei Konzerten jeder Hörer auf seine Kosten gekommen, der Freund der virtuosen Tastenmusik ebenso, wie die Anhänger der gesanglich - differenzierten Klangestaltung. |
![]() Andreas Erismann, Clavichord von Dietrich Hein |
![]() Eckhard Kuper, Akiko Yamashita und Andreas Erismann, |