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![]() Esther Morales-Cañadas |
Esther Morales-Cañadas hielt einen Vortrag über Poner en Monacordio - die Musik des Zeitalters der Tasteninstrumente in Spanien. Sie schilderte die Entwicklung des Clavichords in Spanien in Abhängigkeit der äußeren Bedingungen wie Buchdruck, Humanismus, Heiratspolitik der Könige und aufkommendes Bürgertum. Sie entführte uns in die Welt der Traktate über Clavichorde (ab ca. 1600). Der Vortrag endete in einer angeregten Diskussion, denn Frau Morales-Cañadas stellte grafisch dar, wie sich aus den Stimmanweisungen alter Traktate die Bindungen der Clavichorde ergeben. Praktisch kann dies zur Zeit noch nicht überprüft werden, da bisher noch kaum spanische Clavichorde aus dieser Zeit gefunden wurden (Gerhard Doderer nennt in seinem Buch "Portugiesische Clavichorde" "ein Clavichord in Tordesillas, vier weitere Instrumente im Museo de Mùsica in Barcelona bzw. in der Musikinstrumentensammlung Leipzig." Hier gibt es noch interessantes zu erforschen). | ||
![]() Heinrich Walther |
Die Konzerte fanden regen Zuspruch. Hier zeigte sich der Nachteil des herrlichen Koifhus. Der Lärm an diesem Kulminationspunkt der Stadt war leider zu störend im Saal. Quietschende Bremsen, heulende Keilriemen, lärmende Touristen. Dies war sehr schade, denn er gab hervorragende Spieler und interessante Programme. Im ersten Konzert von Pieter-Jan Belder mit Werken von J.S. Bach, C.P.E. Bach, F. Benda und J. Haydn beeindruckte mich die spritzige Interpretation der Sonate in D-Dur (Hob. XVI:37) von J. Haydn am meisten. Im zweiten Konzert von Heinrich Walther erklangen Werke von W. Byrd, S. Aguilera de Heredia, D. Buxtehude, J.S. Bach und J. Haydn. Hier gefiel mir Heinrich Walthers Interpretation der Werke J.S. Bachs am besten besonders Contrapunctus 8 aus Kunst der Fuge und Praeludium und Fuge g-moll aus WTC I. In der Matinee am Sonntag spielte Ilton Wjuniski Werke von A. de Cabezon, F. de Arauxo, J. Cabanilles, C. Seixas und A. Soler. Er spielt mit unglaublicher dynamischer Bandbreite, so erklangen die Stücke auf dem Nachbau des Clavichords Leipzig II von Martin Kather wie aus anderen Sphären - nur leider war das Clavichord insgesamt sehr leise und die Klänge des Clavichords wurden vom Außenlärm schier verschluckt. Nach der Pause zogen wir in einen anderen Saal um und hatten doch noch Freude an diesem wunderschönen Konzert. Hier spielte Ilton Wjuniski auf einem Nachbau eines Clavichords von Friederici von Benedikt Claas Werke von C. Seixas und A. Soler. Ilton Wjuniski beschenkte uns mit drei Zugaben: ein Menuett von Stoelzel mit einem Trio von Bach, ein Minuetto von Scarlatti und noch ein Menuett aus dem Notenbüchlein von Anna Magdalena Bach. Ich finde es außerordentlich bemerkenswert, wenn so vergleichsweise einfache Werke wie diese Zugaben so hinreißend interpretiert werden. | ||